Geld für niedersächsische Nordseeküste: EU-Fördermittel für neue Projekte verfügbar

Landkreis Cuxhaven. Im Fischwirtschaftsgebiet „Niedersächsische Nordseeküste“, das sich über sechs Landkreise von Leer im Westen bis Cuxhaven im Osten an der Nordsee erstreckt, stehen weiterhin Fördermittel aus dem Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) zur Verfügung. Durch die Förderung sollen die nachhaltige Entwicklung der Küstenfischerei sowie die wirtschaftliche, soziale und ökologische Stärkung der Küstenregion vorangebracht werden.

„Gefördert werden Projekte, die zur Umsetzung der Strategie für eine integrierte örtliche Entwicklung des Fischwirtschaftsgebietes Niedersächsische Nordseeküste von 2023 bis 2027 beitragen“, so die Regionalmanagerin für das Fischwirtschaftsgebiet, Andrea Thienken vom Landkreis Wesermarsch. „Angesprochen sind insbesondere Vorhaben, die die Fischerei, Verarbeitung und Vermarktung regionaler Fischereierzeugnisse stärken, die Infrastruktur und Wertschöpfung an der Küste weiterentwickeln oder neue Kooperationen – etwa mit Tourismus, Direktvermarktung, Bildung oder Information – ermöglichen.”

Projektideen können von einer breiten Palette an Akteuren eingebracht werden. Dazu zählen unter anderem Erzeugergemeinschaften und Verbände, Fischereibetriebe und weitere Unternehmen, Kommunen und andere öffentliche Einrichtungen, Vereine, Initiativen sowie auch Privatpersonen. Voraussetzung ist, dass sich das Vorhaben räumlich im Fischwirtschaftsgebiet Niedersächsische Nordseeküste befindet und den Zielen der Gebietsstrategie entspricht.

Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss. Je nach Art des Antragstellers und des Vorhabens sind Förderquoten von bis zu 70 Prozent, bei gemeinwohlorientierten Vorhaben auch bis zu 100 Prozent möglich. Grundlage der Förderung sind EU-Mittel aus dem EMFAF in Verbindung mit nationaler Kofinanzierung des Landes Niedersachsen.

Ein deutschlandweit einzigartiges Projekt wird bereits mit EMFAF-Mitteln unterstützt: der Aufbau von außerschulischen Lernorten in der Fischereiwirtschaft, initiiert von der Universität Vechta. Schülerinnen und Schüler lernen die Fischereiwirtschaft im Rahmen forschenden Lernens kennen und entwickeln ein authentisches Verständnis für das Handwerk, Nutzungskonflikte und regionale Lösungsstrategien. Die Bildungsarbeit stellt einen von mehreren Förderansätzen dar und leistet einen Beitrag zur Nachwuchsförderung sowie zur Stärkung eines bewussten Umgangs mit regionalen Lebensmitteln.
„Das Vorhaben der Universität Vechta hat bereits internationales Interesse geweckt. Kinder und Jugendliche werden frühzeitig spielerisch und teils interaktiv an die harte Fischereiarbeit und an Umweltaspekte herangeführt. Dies geschieht an authentischen Bildungsorten wie Krabbenkuttern, maritimen Museen oder Nationalparkhäusern“, erklärt der Vorsitzende der Projekt-Steuerungsgruppe Marco Witthohn und verweist zugleich auf die Seite www.lernorte-fischerei.de.

Interessierte Projektträger sind eingeladen, ihre Projektideen frühzeitig vorzustellen. Das Regionalmanagement mit Sitz beim Landkreis Wesermarsch berät potenzielle Projektträgerinnen und Projektträger frühzeitig, unterstützt bei der Entwicklung von Projektideen und begleitet den Weg von der Idee bis zur Antragstellung. Das Regionalmanagement ist unter fischwirtschaft@wesermarsch.de oder 04401 927-805 zu erreichen.

Fotonachweis 1: Ulich Bildunterschrift 1: Der Fischkutter Claudia liegt im Hafen von Wremen. Er dient als außerschulischer Lernort im von der Uni Vechta initiierten Projekt.

Fotonachweis 2: Landkreis Wesermarsch/Groeneveld Bildunterschrift 2: Regionalmanagerin Andrea Thienken ist beim Landkreis Wesermarsch unter anderem die Fachfrau für EMFAF-Fördermittel.

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