
Cuxhaven. Im Rahmen der Interkulturellen Woche fand am 10. September 2026 ein ganz besonderes Konzert unter dem Motto „Musik kennt keine Grenzen“, eingeladen von Kathrin Seyfahrt, Wunschträume e. V., statt. Der Sunset Chords Junior-Chor des Amandus-Abendroth-Gymnasiums lud zu einem musikalischen Abend ein, der ganz im Zeichen der Kinder und Jugendlichen aus Ouagadougou in Burkina Faso stand. Passende einleitende Worte fand der Schirmherr, Herr Mathias Christian Kosel, indem er die Wichtigkeit interkultureller Arbeit hervorgehoben hat, bei der alle Beteiligten nicht nur auf musikalischer Ebene voneinander lernen und sich ergänzen können.
Es war ein Konzert für Kinder in Ouagadougou und gleichzeitig ein Konzert aus Ouagadougou: Die Schülerinnen und Schüler des Sunset Chords Junior-Chors musizierten hier in Cuxhaven, während Kinder und Jugendliche der Musikschule A.M.E.M. (Association Musicale pour les Enfants du Monde) aus Ouagadougou durch Videoaufnahmen Teil des Konzertes wurden. So entstand trotz der großen Entfernung eine ganz besondere musikalische Verbindung. Nach der burkinischen und der deutschen Nationalhymne begrüßten Kathrin Seyfahrt, Vorsitzende von Wunschträume e. V., und der Schirmherr Mathias Christian Kosel die Gäste. In seinem Grußwort machte Kosel deutlich, dass für viele Kinder auf der Welt grundlegende Dinge wie Bildung, ein sicheres Zuhause oder die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen, keineswegs selbstverständlich sind.
Die Musikschule A.M.E.M. in Ouagadougou schafft für Kinder und Jugendliche genau solche Möglichkeiten. Dort begegnen sich europäische Instrumente wie Geige und Cello mit traditionellen westafrikanischen Instrumenten wie Kora und Djembe. Musik wird dabei zu weit mehr als dem Erlernen von Noten und Rhythmen: Sie schafft Selbstvertrauen, Gemeinschaft und die Erfahrung, gebraucht zu werden.
Kosel betonte außerdem, dass die Kinder in Ouagadougou nicht auf ihre schwierigen Lebensumstände reduziert werden sollten. Sie seien Kinder mit Begabungen, Vorstellungen, Stolz und Zukunftswünschen. A.M.E.M. möchte ihnen durch Musik und Bildung konkrete Zukunftsperspektiven eröffnen. Ältere Schülerinnen und Schüler lernen beispielsweise, jüngere Kinder selbst zu unterrichten. So werden aus Lernenden zunehmend Menschen, die ihr Wissen weitergeben und Verantwortung übernehmen können.
Auch die schulische Bildung wird unterstützt. Durch sogenannte Musikfreundschaften und Patenschaften erhalten Kinder Unterstützung beim Besuch staatlicher Schulen und bei ihrer Ausbildung. Damit wird die Musikschule zu einem Ort der Bildung, Begegnung und Gemeinschaft.
Das Programm war ebenso vielfältig wie international. Nach der burkinischen und der deutschen Nationalhymne folgten unter anderem die Filmmusik aus „Fluch der Karibik“, „Faso Am Ba Foo“ – ein Stück der Musikschule A.M.E.M. aus Ouagadougou –, „Djon Maya“ in der westafrikanischen Mand-Sprache Dioula, „The Green Way of Hope“ sowie das traditionelle neuseeländische Volkslied „Wellerman“. Das Konzert endete mit der Zugabe „Die Tiere Afrikas” und rief dazu auf, Mitmenschen, Tiere und den Planaten zu pflegen.
Besonders bemerkenswert war die kurze Vorbereitungszeit: Der Sunset Chords Junior-Chor hatte gerade einmal drei Wochen nach den Sommerferien Zeit, um sich auf das Konzert vorzubereiten. Mit viel Engagement, Freude und Begeisterung gelang es den Schülerinnen und Schülern dennoch, ein tolles Konzert auf die Beine zu stellen. Die Videoaufnahmen aus Ouagadougou machten die internationale Zusammenarbeit dabei für das Publikum unmittelbar erlebbar.
Das Konzert war zugleich eine Spendenveranstaltung für die Kinder und Jugendlichen in Ouagadougou. Ein besonderer Höhepunkt war die von Udo Brozio und Marion Schossig geleitete Versteigerung von Bildern der Schülerin Emma Gretka aus dem 11. Jahrgang. Die Kunstwerke erzielten insgesamt 180 Euro. Auch die Spendenbereitschaft des Publikums war großzügig und unterstrich die große Unterstützung für das Projekt.
Der Abend zeigte eindrucksvoll, dass gemeinsames Musizieren Grenzen überwinden kann. Kinder und Jugendliche aus Cuxhaven und Ouagadougou waren über Musik miteinander verbunden – unabhängig davon, wie viele Kilometer zwischen ihnen liegen.
„Musik kennt keine Grenzen“ war an diesem Abend deshalb nicht nur der Titel des Konzertes, sondern wurde tatsächlich erlebt: als Begegnung, als Zeichen der Freundschaft und als gemeinsames Engagement für Kinder und Jugendliche in Ouagadougou.
Ein Konzert von Kindern, für Kinder und aus Ouagadougou – und damit ein Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.



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