Foto: Juliane Kahle

Nachklang zu einem Konzert über Grenzen hinaus

Cuxhaven. Dass Musik wahrhaftig Grenzen sprengen kann, haben der Unterstufenchor ‘Sunset Chord Juniors‘ vom Amandus-Abendroth-Gymnasium und Kinder der Musikschule A.M.E.M., (Association musicale des Enfants du Monde) im rund 6.000 km entfernten Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, auf ganz besondere Weise und sehr berührend bewiesen. Gemeinsam sangen und musizierten sie am vergangenen Donnerstag im Rahmen der Fotoausstellung ‘Menschen in Burkina Faso‘ in der Stadtbibliothek: die Kinder aus Cuxhaven live, die Kinder aus Ouagadougou per Video.

Kathrin Seyfahrt, Gründerin und Vorsitzende des Vereins Wunschträume/Netzwerk für Mädchen- & Frauenprojekte e.V.‘ hatte die Idee zu diesem besonderen Konzert, das sie dann zusammen mit Chorleiterin Miriam Läpple hier vor Ort und der Musikschulgründerin Maria Behrens in Ouagadougou in die Tat umsetzte. Als Schirmherrn konnte sie Mathias Christian Kosel, Gründer des MareMusikFestifals und Initiator der Reihe ‘Stadtklang‘ gewinnen. Leider konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich dabei sein. Sein zugespieltes Grußwort dürfte alle im Saal berührt haben. Einfühlsam machte er deutlich, dass für viele Kinder der Welt grundlegende Dinge wie Bildung, ein sicheres Zuhause, geschweige denn die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen, keineswegs selbstverständlich sind.

Die Musikschule A.M.E.M. schaffe, wie er sagte, für Kinder und Jugendliche genau solche Möglichkeiten. Dort begegnen sich europäische Instrumente wie Geige, Cello mit traditionellen westafrikanischen Instrumenten wie Kora und Djembe. Musik wird dabei zu weit mehr als dem Erlernen von Noten und Rhythmen: Sie schafft Selbstvertrauen, Gemeinschaft und die Erfahrung, gebraucht zu werden. Kosel betonte außerdem, dass die Kinder in Ouagadougou nicht auf ihre schwierigen Lebensumstände reduziert werden sollten. Sie seien Kinder mit Begabungen, Vorstellungen, Stolz und Zukunftswünschen. A.M.E.M. möchte ihnen durch Musik und Bildung konkrete Zukunftsperspektiven eröffnen. Ältere Schülerinnen und Schüler lernen beispielsweise, jüngere Kinder selbst zu unterrichten. So werden aus Lernenden zunehmend Menschen, die ihr Wissen weitergeben und Verantwortung übernehmen können.

Das Programm war ebenso vielfältig wie international. Nach der burkinischen und der deutschen Nationalhymne folgten unter anderem die Filmmusik aus „Fluch der Karibik“, „Faso Am Ba Foo“ – ein Instrumentalstück der Musikschule A.M.E.M. –, Lieder aus Westafrika sowie das traditionelle neuseeländische Volkslied „Wellerman“. Das Konzert endete mit der Zugabe „Die Tiere Afrikas“ und rief dazu auf, Mitmenschen, Tiere und den Planeten zu pflegen.

Ein besonderer Höhepunkt war die von Udo Brozio und Marion Schossig geleitete Versteigerung zweier Bilder der Schülerin Emma Gretka aus dem 11. Jahrgang. Die Kunstwerke erzielten stolze 180 Euro. Auch die Spendenbereitschaft des Publikums war großzügig, und so waren am Ende insgesamt 840 Euro in der Spendenbox. Geld, mit dem sich ganz bestimmt der eine oder andere große ‘Wunschtraum‘ der Musikschule in Ouagadougou erfüllen lässt.

Der Abend zeigte eindrucksvoll, dass gemeinsames Musizieren Grenzen überwinden kann. Kinder und Jugendliche aus Cuxhaven und Ouagadougou waren über Musik miteinander verbunden – unabhängig davon, wie viele Kilometer zwischen ihnen liegen, welche Sprache sie sprechen, und welche Hautfarbe sie haben. „Musik kennt keine Grenzen“ war an diesem Abend deshalb nicht nur der Titel des Konzertes, sondern wurde tatsächlich erlebt: als Begegnung, als Zeichen der Freundschaft und als gemeinsames Engagement für Kinder und Jugendliche in Ouagadougou. Ein beeindruckend heiterer Abend, wohltuend in turbulenten Zeiten, und der sicher bei allen auf besondere Weise noch lange nachklingen wird.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Interkulturellen Woche 2026 in Cuxhaven statt, die gefördert wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ wird vor Ort umgesetzt von der Stadt Cuxhaven als federführendem Amt sowie dem KULTURYARD als externer Koordinierungs- und Fachstelle.

Wunschträume/Netzwerk für Mädchen- & Frauenprojekte e.V.

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Über Uns

Seit nunmehr fast 20 Jahren leistet Wunschträume/Netzwerk für Mädchen- & Frauenprojekte e.V. als gemeinnütziger Verein gezielt humanitäre Hilfe. Wir sind ein kleiner, motivierter Personenkreis und engagieren uns insbesondere für Mädchen und Frauen, die alleine kaum eine Chance hätten, jemals einer größeren Öffentlichkeit bekant zu werden. Die Hauptprojekte unseres Vereins liegen im Binnenstaat Burkina Faso. Das westafrikanische Land zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Dort fördern wir Bildung- und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, Alphabetisierung von Frauen, bauen Brunnen, Krankenstationen und sind aktiv im Kampf gegen weiblche Genitalvestümmelung. In unserer Arbeit werden wir u.a. unterstützt durch Sternstunden e.V., Fons Margarita, die Rudolf Augstein Stiftung sowie den Shanty-Chor Cuxhaven. Neben Burkina Faso unterstützen wir jeweils einmal jährlich den 'Frauentreff international' in der Münchner Seidlvilla, die 'Hanel Senioren Stiftung' in Cuxhaven sowie seit dem Frühjahr 2022 die 'Bürgerküche Cuxhaven e.V.'. Wir würden gerne viel mehr tun. Dafür benötigen wir finanzielle Unterstützung. Unsere Verwaltungskosten sind Dank ehrenamtlichen Engagements sehr gering, so dass die Spenden nahezu ganz in die Projekte fließen können. Jeder Euro ist unendlich wertvoll zur Bekämpfung von Armut, für Bildung, Gesundheit, Wasser.

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