Auf Augenhöhe stellten sich die Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Cuxhaven (hinten links) den Fragen der Jugendlichen. Foto: Wehr

Fünf OB-Kandidaten stellen sich den Fragen junger Menschen

Cuxhaven. Was wünschen sich junge Menschen von einem Oberbürgermeister? Mehr Freizeitangebote, bessere Bus- und Bahnverbindungen, Räume zum Treffen, gute Ausbildungsplätze, mehr Barrierefreiheit und vor allem: ernst genommen zu werden. Genau darum ging es am Mittwochabend in der Gnadenkirche. In der Veranstaltungsreihe „Jugend im Dialog“ des Jugendbeirats und des Paritätischen Cuxhaven stellten sich die Spitzenkandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am kommenden Sonntag, 13. September, den Fragen junger Menschen.

Axel Schneider von Die Demokraten, Alexander Bremer von Die Cuxhavener, der amtierende Oberbürgermeister Uwe Santjer für die SPD, Thomas Brunken von der CDU und Günter Wichert von der FDP nahmen im Sitzkreis Platz und diskutierten auf Augenhöhe mit jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Veranstaltung fand im Rahmen des JMD-Aktionstages statt und wurde von Kai Uhlhorn, stellvertretender Geschäftsführer des Paritätischen Cuxhaven, moderiert.

Mit dabei waren junge Menschen aus der Stadt Cuxhaven, darunter Mitglieder des Jugendbeirats sowie Vertreter der Jungen Union und der Partei Volt. Nach einer Vorstellungsrunde, in der die Kandidaten zunächst erläuterten, was sie für junge Menschen in Cuxhaven tun möchten, gehörte das Wort vor allem dem Publikum.

Freizeit, Ausbildung und Mitsprache
Günter Wichert berichtete, dass er nach eigenen Angaben auch über TikTok mit jungen Menschen im Austausch stehe. Wünsche wie ein Bikepark könnten seiner Ansicht nach beispielsweise mit Unterstützung von Sponsoren realisiert werden. Auch die Organisation von Rockkonzerten sei denkbar. Dass sich die Umsetzung des Skateparks über einen so langen Zeitraum hingezogen habe, könne er nicht nachvollziehen. Bei solchen Projekten würde er selbst auf ein schnelleres Tempo achten.

Axel Schneider betonte ebenfalls die Bedeutung der Impulse junger Menschen. Für ihn seien unter anderem vernünftige Ausbildungsplätze in Cuxhaven und ein aktiver Schutz junger Menschen vor Drogenverkauf wichtige Themen.

Mehr Freizeitmöglichkeiten wünscht sich auch Alexander Bremer. Er brachte beispielsweise einen durch Sponsoren finanzierten Aquapark nach dem Vorbild von Otterndorf oder eine Boulderhalle ins Gespräch. Besonders wichtig sei ihm, jungen Menschen zuzuhören und offen für Ideen zu sein – etwa für Anregungen aus dem Jugendbeirat.

Thomas Brunken sprach Themen an, die junge Menschen seiner Ansicht nach besonders beschäftigen. Dazu gehörten Sorgen um den Klimawandel, gut gepflegte und frei zugängliche Sportanlagen, Räume für spontane Treffen sowie verlässliche Zugverbindungen. Auch Bildung – von der Schule bis zur Ausbildung – spiele eine zentrale Rolle.

Uwe Santjer erinnerte an seinen Einsatz für das Wahlrecht ab 16 Jahren während seiner Zeit als Landtagsabgeordneter. Auch die Umsetzung des Skateparks sei in seine Amtszeit als Oberbürgermeister gefallen. Mit Blick auf die geplante Umgestaltung des Schlossparks stellte er Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche in Aussicht. Zugleich verwies er auf bereits vorhandene Treffpunkte wie das Haus der Jugend und die Gnadenkirche sowie auf Veranstaltungen wie das jüngste Fest in Süderwisch, das der Paritätische am selben Tag veranstaltete. Die Abstimmung mit jungen Menschen sei für ihn ebenfalls wichtig.

Konkrete Fragen aus dem Alltag
Im weiteren Verlauf wurde es besonders konkret. Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer fragten nach Räumen, in denen Jugendliche sich möglichst selbstbestimmt und ohne ständige Kontrolle treffen können. Auch der öffentliche Nahverkehr spielte eine wichtige Rolle.

Anhand eines Beispiels aus Sahlenburg wurde deutlich, wo junge Menschen im Alltag an Grenzen stoßen: Wer nach einem gemeinsamen Grillabend gegen 22 Uhr nach Hause möchte, hat nicht immer eine passende Verbindung. Verbesserte ÖPNV-Angebote und Sammeltaxi-Lösungen wurden deshalb ebenso diskutiert wie die Themen Inklusion und Barrierefreiheit in der Stadt.

Nach rund einer Stunde musste Moderator Kai Uhlhorn die lebhafte Gesprächsrunde beenden, da für die Kandidaten weitere Termine anstanden. Der Austausch machte dennoch deutlich: Junge Menschen haben konkrete Vorstellungen und Fragen zur Zukunft ihrer Stadt – und möchten bei Entscheidungen, die sie betreffen, nicht nur zuhören, sondern mitreden.

Die Veranstaltung von Jugendbeirat und Paritätischem Cuxhaven bot dafür am JMD-Aktionstag eine direkte Gelegenheit. Am kommenden Sonntag, 13. September, entscheidet sich bei der Oberbürgermeisterwahl, wer künftig an der Spitze der Stadt Cuxhaven stehen wird. Alle Kandidaten sicherten einen zukünftigen Dialog mit der Jugend zu, den der Paritätische und auch der Jugendbeirat gerne regelmäßig einfordern werden.

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