Cuxhaven-Lüdingworth. Im 28. Jahr der Gemeindepartnerschaft mit Elven haben die Lüdingworther Gastfamilien am frühen Nachmittag des Himmelfahrts-Tags ihre 26 bretonischen Freunde in der Schützenhalle mit einem üppigen Kuchenbuffet empfangen. Anschließend übernahmen die Gastgeber ihre Gäste, um mit ihnen den restlichen Tag bei gutem Essen, Gesprächen und kleinen Ausflügen, z. B. zu den Altenbrucher Drachenflugtagen, zu verbringen.
Am Freitagmorgen starteten die Elvinois und Lüdingworther zu einem Tagesausflug nach Bremen, wo sie zunächst eine ausführliche Stadtführung mit Roland, Rathaus, Dom, Böttcherstraße und Schnoorviertel erwartete, die von der Stadtführerin mit viel Humor kurzweilig, aber auch detailreich präsentiert wurde. Auch erwähnt wurden die blutigen Versuche des Bremer Erzbischofs, die freiheitsliebenden Wurster und Hadler Anfang des 16. Jahrhunderts zu unterwerfen. Die bretonischen Gäste konnten darin geschichtliche Parallelen zu ihrem Kampf um Unabhängigkeit gegenüber der Pariser Zentralmacht in den vergangenen Jahrhunderten wiedererkennen.
Nach einer gemeinsamen Mittagspause in der Markthalle 8 gab es noch die Möglichkeit, die Bremer Innenstadt auf eigene Faust zu erkunden, bevor die Rückreise angetreten wurde.
Am Abend fand ein gemeinsames Grillfest auf dem Hof des Komitee-Vorsitzenden Volker Kamps statt. Vorausschauend auf die regnerische Wetterlage fanden alle Schutz in den aufgebauten Zelten, genossen das reichliche Salat- und Grillbuffet und ließen sich trotz heftiger Regenschauer die gute Laune nicht verderben.
Der Samstagvormittag stand den Gastfamilien für individuelle Unternehmungen mit ihren bretonischen Freunden zur Verfügung. Ein Strandbesuch durfte dabei ebenso wenig fehlen wie ein Gang über den Wochenmarkt. Aber auch ein Besuch der Sturmflutausstellung von 1976 im Natureum stieß auf Interesse, kennen die Bretonen die Bedeutung schützender Deiche aus ihrer von felsigen Steilküsten umgebenen Bretagne so nicht. Dort gewinnt eher die Überflutung durch Flüsse im Landesinneren als Folge des Klimawandels zunehmend an Bedeutung.
Am Nachmittag ging es dann beim gemeinsamen Dartspiel im MTV-Vereinsheim mehr um die Kommunikation und den Spaß in den gemischten Teams als um die erzielten Ergebnisse.
Am Abend kamen die Gastfamilien mit ihren Gästen wieder in der Schützenhalle zusammen, um noch einmal bei gutem Essen und Getränken sowie peppig präsentierten norddeutschen Liedern des Duos Ebbe & Flut zu feiern.
Die bretonischen Komitee-Vorsitzenden Chantal Huve und Marc Dalberto bedankten sich herzlich beim Lüdingworther Komitee und den Gastgebern für die reibungslose Organisation und das abwechslungsreiche Programm und luden zum Gegenbesuch nächstes Jahr über Himmelfahrt nach Elven ein.
Ortsbürgermeister Thomas Brunken betonte in seiner Ansprache die immense Bedeutung regelmäßiger persönlicher Begegnungen angesichts des weltweit zunehmenden Nationalismus und der damit verbundenen Abgrenzungsbestrebungen.
Das mitgereiste Mitglied des neu gewählten Gemeinderates von Elven, Christophe Roumagnac, erklärte, dass ihn die miterlebten Tage der Partnerschaft sehr beeindruckt hätten und der neue Rat von Elven auch zukünftig diese Partnerschaft aufrecht erhalten und unterstützen möchte.
Eine langjährige Tradition hat das anschließende gemeinsame Singen französischer und deutscher Lieder aus dem Partnerschaftsliederbuch und der bretonische Andro-Reihentanz.
Vor dem Einsteigen in den Bus gab man sich das feste Versprechen: „À l’année prochaine à Elven!Bis zum nächsten Jahr in Elven!“

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