Cuxhaven. Mehr als 25 Jugendliche und junge Erwachsene aus Stadt und Landkreis Cuxhaven haben am Freitag am Workshop „Dein Wort zählt!“ beim Jugendmigrationsdienst (JMD) des Paritätischen Cuxhaven teilgenommen. Die Teilnehmenden im Alter von 14 bis 21 Jahren kamen ursprünglich unter anderem aus dem Iran, der Ukraine, Somalia, Syrien, Afghanistan, Rumänien und Thailand.
Der Workshop wurde durch den niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, die Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung sowie die Fachstelle Kinder- und Jugendbeteiligung der LAG OKJA Niedersachsen initiiert. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Jugendmigrationsdienst des Paritätischen Cuxhaven gemeinsam mit der Jugendarbeit des Paritätischen und dem Haus der Jugend Cuxhaven.
Unter der Leitung der Moderatorin Berivan Karabulut und ihres Kollegen Antar Adi beschäftigten sich die Jugendlichen zunächst mit unterschiedlichen Formen politischer Beteiligung sowie mit nationalen und internationalen Kinder- und Jugendrechten. Nach einem gemeinsamen Kennenlernen und verschiedenen Warm-up-Übungen wurde schnell deutlich, dass viele junge Menschen durchaus Interesse an gesellschaftlichem Engagement haben – bislang aber oft durch Sprachbarrieren, fehlende Informationen, mangelnde Zeit oder Unsicherheit ausgebremst werden.
Besonders inspirierend war der zweite Teil des Workshops: Vier junge Menschen berichteten als „Vorbilder“ von ihrem eigenen Engagement. Die afghanischen Schwestern Zuhra und Zainab Gharibzada erzählten, wie sie sich in Bremerhaven erfolgreich mit einer Petition für den Erhalt eines Projekts eingesetzt und einen Schwimmkurs für Frauen mit Hijab organisiert haben. Vivian Sofie Ako stellte die Arbeit des Jugendbeirats Cuxhaven vor, der sich regelmäßig im Haus der Jugend trifft und sich unter anderem für Veranstaltungen und öffentliche Räume für Jugendliche engagiert. Mamadou Sow berichtete über seine soziale Arbeit bei „Tante Emma“ des Christlichen Sozialwerks.
Im Anschluss arbeiteten die Jugendlichen in Kleingruppen an Themen, die sie persönlich beschäftigen. Dabei entstanden konkrete Ideen und Forderungen: strengere Kontrollen beim Verkauf von Vapes an Minderjährige, bessere und bezahlbare Sportangebote, Räume für Frauen mit Hijab sowie Unterstützungsangebote gegen Alltagsrassismus und Diskriminierung in Schulen.
Besonders eindrücklich schilderten Teilnehmende eigene Erfahrungen mit Vorurteilen und Ausgrenzung im Schulalltag. Der Wunsch nach mehr Schutzräumen, Beratung und gegenseitiger Unterstützung wurde mehrfach geäußert.
Am Ende fiel das Fazit durchweg positiv aus. Viele Jugendliche gaben an, neue Kontakte geknüpft, mehr über politische Beteiligung gelernt und Vertrauen gewonnen zu haben, selbst aktiv werden zu können. Genau das war das Ziel des Workshops: Politik greifbar machen und jungen Menschen zeigen, dass ihre Perspektiven und Anliegen wichtig sind.



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