37 Jahre Partnerschaft Neuenkirchen und St. Broladre von 1989 – 2026
Neuenkirchen. In diesem Jahr können die Bürger der bretonischen Gemeinde Saint Broladre und die Bürger im niedersächsischen Neuenkirchen auf 37 Jahre lebendige Freundschaft zurückblicken. Aus diesem Grunde und aus liebgewordener Gewohnheit werden 44 bretonische Gäste von Freitag, dem 22., bis Montag, 25. Mai, in der Gemeinde Neuenkirchen zu einem Pfingstbesuch erwartet. Auf die Gäste, die alle in Familien privat untergebracht werden, wartet ein umfangreiches Besuchsprogramm, aber auch genügend Freiraum zur weiteren Vertiefung der Bekannt- und Freundschaften.
Als die Neuenkirchener 1989 zum ersten Mal in Richtung Bretagne aufbrachen, um die Gemeinde St. Broladre zu besuchen, ahnte noch niemand, welche tiefe Verbundenheit sich mit den Jahren entwickeln sollte. Wie weit waren alle beim ersten Treffen voneinander entfernt? Die Freundschaft wollte verdient werden, in erster Linie durch gegenseitiges Vertrauen. Auch durch Mut, den Mut, trotz gegenseitiger großer Sprachprobleme die Kommunikation miteinander zu suchen. Und auch durch Neugier, die Bereitschaft, neue Landschaften und Menschen mit ihren teils ungewohnten Bräuchen und Lebensweisen kennenzulernen und zu akzeptieren.
Rechtzeitig vor der CORONA-Pandemie konnte 2019 das 30-jährige Jubiläum in Neuenkirchen gefeiert werden. Gleichzeitig erneuerten die Staatschefs Frankreichs und Deutschlands, Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel, im selben Jahr im Krönungssaal des Aachener Rathauses den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag von 1963, den damals Präsident Charles de Gaulle und Kanzler Konrad Adenauer in Paris geschlossen haben. Verbrieft wurden im neuen Vertrag auch der Ausbau der deutsch-französischen Jugendförderung und die Einrichtung eines Bürgerfonds zur Förderung gemeinsamer Projekte zivilgesellschaftlicher Akteure, etwa Bürgerinitiativen und Städtepartnerschaften. Die finanzielle Unterstützung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds konnten die Neuenkirchener nach der dreijährigen CORONA-Unterbrechung von 2020 bis 2022 erstmals im Jahre 2023 in Anspruch nehmen.
Dass der Sport einst die Triebfeder der ersten Jahre war, spielt heute keine große Rolle mehr, und statt Fußball spielt man heute mit großer Leidenschaft Palet, und Kommunikationsschwierigkeiten gibt es dabei auch nicht. Heute sind die gegenseitigen Treffen das tiefe Bedürfnis vieler Einwohner in beiden Gemeinden. Entsprechend herzlich und emotional wird die Begrüßung der bretonischen Gäste beim Schützenverein am Ankunftstag im Garten des Gasthauses Tamm in Neuenkirchen ausfallen. Alle Gastgeber und viele Kinder mit bunten Frankreich- und Deutschland-Fähnchen werden dem Empfang einen würdigen und bunten Rahmen geben.
Der Sonnabend beginnt mit einem von der Ortsgruppe des DRK ausgerichteten gemeinsamen Frühstück im Dorfgemeinschaftshaus. Anschließend steht ein Besuch Otterndorfs mit Besichtigungen der neuen Kanalschleuse, des Schöpfwerkes und der Deichanlagen auf dem Programm. Im Anschluss spazieren die Gäste durch die Altstadtgassen zur Kirche wo ein Empfang mit anschließendem Kaffeetrinken vorgesehen ist. Eine zünftige Scheunenfete in Dörringworth mit Abendessen, Musik und Tanz rundet den Tag ab. Der Pfingstsonntag ist alljährlich bewusst von jeglichem Programm freigehalten, um allen die Gelegenheit zur ganz privaten Freizeitgestaltung zu geben. Am frühen Pfingstmontag finden sich fast alle bretonischen Gäste mit ihren Gastgebern beim Neuenkirchener Dorfgemeinschaftshaus ein, um dem mit Spannung erwarteten all-jährlichen „Palet-Championat“ beizuwohnen. Die Spielregeln besagen, daß immer ein Neuenkirchener und ein Broladrien eine Mannschaft bilden. Die Neuenkirchener trainieren bei gutem Wetter fleißig auf ihrer Boulebahn, um mit den Gästespielern einigermaßen mithalten zu können. Die Bretonen haben wahre Wurfkünstler in ihren Reihen, die mit der Paletscheibe das Ziel traumwandlerisch sicher treffen können.
Während des Paletturniers findet im Dorfgemeinschaftshaus ein kleines Rahmenprogramm statt. Die Neuenkirchener Hobbyfotografin Marina Jöst stellt im Foyer des Hauses einen Teil ihrer Werke aus. Im Saal des Dorfgemeinschaftshauses bietet der Schützenverein für die Besucher ein Laser- und Blasrohrschießen an. Auch diese Geräte können ausprobiert werden. Abgerundet wird der kurzweilige Vormittag mit einem kleinen Frühschoppen für Teilnehmer und Besucher. Das traditionelle Abschiedsessen findet gegen Mittag am Pfingstmontag im Gasthaus Tamm in Neuenkirchen statt. Im Anschluss an das Mittagessen findet die Siegerehrung des Paletturniers statt. Nach dem neuen Spielmodus wird auch ein Neuenkirchener unter den Gewinnern sein, der den Wanderpokal mit in Empfang nehmen kann. Wie immer werden auch in diesem Jahr kleine Geschenke und Aufmerksamkeiten ausgetauscht. Eine lange Tradition haben dabei immer zwei 4,5-Liter-Flaschen mit edlem und speziellem Getränk aus der jeweiligen Heimatregion. Bei mancher Komiteesitzung sorgt der Inhalt dieser Flaschen für heitere und gelöste Stimmung und man denkt aneinander. Das Schlußwort der Veranstaltung gebührt wie immer den beiden Vorstehern der Gemeinden. Bürgermeisterin Dagmar Diers und Bürgermeister Jean-Francois Gorbichon werden zu den Gästen sprechen.

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