Krempel. Zum nunmehr zweiten Mal veranstalteten die Gremlins Nord e.V. mit viel Liebe zum Detail und etlichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ihr Saisonhighlight. Das Stoppelfeldrennen in Krempel knüpft an das legendäre Event der Firma Kuske an, die etliche Jahre das Rennspektakel in Wanhöden auf dem Deichbrandgelände veranstaltet hatte. Nun wurde es in Krempel wiederbelebt und der Vereinsvorsitzende der Gremlins, Holger Dietrich, zeigte sich am Abend nach der Veranstaltung geradezu atemlos: „Das waren wirklich tolle Rennen, aber auch eine Menge Arbeit“, stöhnte er erleichtert. Vor allem bei den Vorbereitungen am Freitag hatte die Hitze den Teams und Organisatoren alles abverlangt. Doch am Rennsamstag waren alle wieder fit und starteten hochmotiviert in einen prall gefüllten Renntag. Belohnt wurde der Verein mit einem beeindruckenden Starterfeld von über fünfzig Fahrerinnen und Fahrern, einer bunten Fressmeile und deutlich mehr Zuschauern, als noch bei der Premierenveranstaltung vor einem Jahr.
Teilnehmerzahl deutlich gestiegen
Das Interesse war groß: Die Teilnehmerzahl hatte sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht und mit der Jugendklasse (ab 13 Jahren) und einem Ford Fiesta Cup wurden zwei neue Klassen geschaffen, die für zusätzliche spektakuläre Rennen sorgten. „Hier kann eben jeder mitmachen, das ist Motorsport für die ganze Familie“ erklärt Dietrich, der auch auf die Damenklasse und die Möglichkeit zum Mehrfachstart hinwies. „So kann ein Fahrzeug in verschiedenen Klassen zum Einsatz kommen und mehrfach Spaß machen.“
Spaß für die ganze Familie
Bestes Beispiel war die Familie Harders. Vater Tim hatte seinen Kindern Anna und Paul zwei Autos für die Jugendklasse aufgebaut, seine Frau Swenja bekam ebenfalls einen Boliden für die Damenklasse. Natürlich griff er auch selbst ins Renngeschehen ein – mit seinem Skoda Felicia, der schon 2019 beim letzten Stoppelfeldrennen der Wanhödener zum Einsatz gekommen war. Wer genau hinsah, konnte auf manchen Rennwagen noch weitere Sticker der technischen Abnahme der Wanhödener erkennen – und zwar bis ins Jahr 2013 zurück. „Völlig verrückt, wie lange manche ihre Renner aufbewahrt haben – und nun haben sie die Autos für unser Rennen wieder aktiviert, das ist wirklich toll“, freute sich Dietrich, der aber genauso seine Anerkennung für die vielen ganz neu aufgebauten Fahrzeuge aussprach. So hatte Marc Lühr nicht nur zwei alte Rennwagen aus Wanhöden-Zeiten aktiviert, sondern zusätzlich einen VW Golf II komplett neu aufgebaut – und damit das Klassen- und Superfinale gewonnen. Motorsportverrückte kamen also voll auf ihre Kosten.
Einziger Wermutstropfen: Aus Zeitgründen gab es kein Klassenfinale, sondern nur ein Superfinale mit den jeweils besten drei aus allen Klassen. „Beim Ablauf müssen wir noch perfekter werden, damit die Veranstaltung noch reibungsloser ablaufen kann. Mit ein paar helfenden Händen mehr sollte uns das aber gelingen“, ruft Dietrich indirekt zum Mitmachen auf. Für 2027 soll es wieder ein Stoppelfeldrennen geben – die Vorbereitungen dazu sind bereits angelaufen.
Die Gewinnerinnen und Gewinner der einzelnen Wertungsklassen:
- Klasse 1: 1. Marc Lühr, 2. John-Luka Piastowski, 3. Benjamin Roes
- Klasse 2: 1. Marc Lühr, 2. René Schöpper, 3. Marc Wöhleking
- Klasse 3: 1. Sebastian Monsees, 2. Frank Hartmann, 3. Marc Wöhleking
- Klasse 5 Jugend: 1. Niklas Ihle, 2. Fredrik Hellström, 3. Leon Waackhusen
- Klasse 6 Damen: 1. Ramona Ütrecht, 2. Nolwenn Pegelow, 3. Lara Lenzner
- Ford Fiesta Cup: 1. Sebastian Flaig, Jean-Noel Steinbeck, 3. Nolwenn Pegelow
- Superfinale: 1. Marc Lühr, 2. Sebastian Monsees, 3. Johnny Daubert
Text: Sven Kopf

Ein frisch geernteter Acker in Krempel hatte sich am 15. August wieder in eine anspruchsvolle Rennstrecke verwandelt. Mit größerem Starterfeld und zusätzlichen Wertungsklassen zeigte die Tendenz eindeutig nach oben.



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