Die RK-Wingst und Umgebung und die Gesellschaft für Sicherheitspolitik in der Bundeshauptstadt Foto: RK-Wingst

Von der Berliner Blase zum Geist des Dienens

Wingst. Dass Berlin eine Menge zu bieten hat, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Vom Aufstieg Preußens über das Kaiserreich, dem gescheiterten Demokratieversuch und der Tragödie des Ersten und Zweiten Weltkriegs bis hin zur Deutschen Teilung und der Wiedervereinigung zeugen zahlreiche Orte in der Bundeshauptstadt.

Reichlich Gebrauch von den Möglichkeiten der Spreemetropole machte die Reisegruppe bestehend aus Mit­gliedern der Reservistenkameradschaft Wingst und Umgebung, die die Reise federführend organisierte, sowie der Gesellschaft für Sicherheitspolitik aus Bremervörde und Delmen­horst. Einen großen Teil des Programms nahmen die Besichtigung verschiedener Gebäu­de im sogenannten Regierungsviertel ein. Die Besucher erfuhren, wie der Anspruch einer modernen Demokratie, nämlich Transparenz und Zugewandtheit zu den Menschen, sei­nen Ausdruck in der Architektur fand, die beispielsweise im Falle des Reichstagsgebäudes auch noch den historischen Bezug zu wahren verstand.

Am wichtigsten waren jedoch die Gespräche mit denjenigen, die in der Hauptstadt an vielen Stellen die Politik mitgestalten. Die Gruppe traf eine wissenschaftliche Mitarbeiterin des CDU-Abgeordneten Enak Ferle­mann, die neben ihrer Kernarbeit augenzwinkernd von der „Berliner Blase“, einem der Hauptstadt eigenen Kosmos mit – man möchte sagen – sehr kreativen Ideen und den Re­ferenten der Arbeitsgruppe Verteidigungspolitik der CDU-CSU Fraktion im Deutschen Bun­destag, der den Besuchern Rede und Antworten zu den Vorstellungen seiner Partei über die Zukunft der Streitkräfte berichtete.

So waren die sechs Tage mit spannenden und ab­wechslungsreichen Themen gefüllt, die aus nächster Nähe die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen veranschaulichten, vor denen eine Gesellschaft steht, die wehrhaft sein muss, wenn sie ihre Freiheit und Offenheit erhalten will.

Dass dies mitunter vom Ein­zelnen den höchsten Preis erfordern kann, sahen die Teilnehmer im „Wald der Erinnerung“ auf dem Gelände des Einsatzführungskommandos in Potsdam, der das Ehrenmal der Bundeswehr im Verteidigungsministerium in Berlin ergänzt. Beeindruckt waren die Gäste von den dortigen Ausführungen zur neuen Erinnerungskultur der Bundeswehr, die an die­sem Ort der persönlichen Trauer gepflegt wird.

Die anschließende, sehr kurzweilige Füh­rung durch die Brandenburger Hauptstadt knüpfte an diesem Aspekt des individuellen Ein­satzes an. Die Haltung, die in Potsdam quasi zur höchsten Tugend erhoben wurde, näm­lich der Geist des Dienens, machte aus einem ärmlichen Kurfürstentum einen in seiner Ef­fizienz einzigartigen Staat – und bereitete den Weg ins Verderben.

In der Gedenkstätte Deutscher Widerstand erhielten die Gäste Einblick in die Vielfältigkeit und den Mut Einzel­ner oder ganzer Gruppen, seien es Soldaten, Frauen oder Jugendlicher, die das Gefühl hatten, etwas gegen das unmenschliche Nazi-Regime tun zu müssen.

Und heute? Im Ver­teidigungsministerium erfuhr die Reisegruppe von den Tücken der Reservistenarbeit und erhielt eine ungeschminkte Sicht auf die personelle Einsatzbereitschaft nicht nur der Bun­deswehr, sondern des ganzen Landes, der ganzen Bevölkerung. Man fühlte sich an den Appell jener wissenschaftlichen Mitarbeiterin erinnert, die so motiviert von der Arbeit im Bundestag sprach: „Sei dabei, gestalte mit!“.

RK-Wingst und Umgebung

Hinterm Berge 13
21789 Wingst

+4917657467513
johannschetzkens@reserveniedersachsen.de

Über Uns

Die Reservistenkameradschaft – Wingst und Umgebung ist Mitglied im Verband der Reservisten der Bundeswehr e.V. (VdRBw e.V.) und ist in der Gemeinde Wingst im Landkreis Cuxhaven beheimatet. Zu ihren Aktivitäten gehören das Schießen mit Handwaffen der Bw auf Standortschießanlagen, Aus- und Weiterbildung im militärischen und sicherheitspolitischen Bereich, Ausbildung am Schießsimulator, Truppenbesuche und Museumsfahrten. Die Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. , Soldatenkameradschaft, THW, Feuerwehr und weiteren Hilfsorganisationen, sowie Teilnahme an Veranstaltungen in der Gemeinde Wingst. Nicht nur ehemalige und aktive Soldaten finden in der RK-Wingst und Umgebung eine neue Heimat, auch militärisch interessierte Personen, die keine Soldaten waren und die satzungsgemäßen Ziele des VdRBw e.V. unterstützen können Fördermitglied werden und sind jederzeit herzlich willkommen. Wir treffen uns jeden dritten Mittwoch im Monat um 20:00 Uhr in unserem Reservistenheim Knaus Campingpark Wingst, Schwimmbadallee 13, 21789 Wingst.

Alle Beiträge ansehen von RK-Wingst und Umgebung →

Schreibe einen Kommentar