Hemmoor. Diese Mehrtagestour des Radsportvereins begann auf dem Hemmoorer Bahnsteig mit einer pünktlichen Zugabfahrt, sonnigem Wetter und bester Laune aller 15 Teilnehmer … bis Buxtehude. Auffällig dort war dann schon mal der etwas längere Aufenthalt – natürlich ohne Ansage. Die kam kurz danach: „Diese Zugfahrt endet außerplanmäßig in Harburg.“ Na super – und wie erreichen wir nun unseren Anschlusszug in Hamburg-Hauptbahnhof? Gemeinschaftlich wurde abgestimmt: Wir radeln von Harburg bis Lübeck und verzichten auf den Bahnstress. Gesagt – getan. Durch Hamburger Stadtverkehr, viele Grünflächen und Vororte war gegen Mittag endlich das reservierte Frühstücks-„Café Mocca“ in Reinfeld erreicht. Der Blick auf den idyllischen Herrenteich entschädigte schon mal ein wenig. Frisch gestärkt war der restliche Weg zum Hotel in Lübeck dann auch bald geschafft. Kurzer Check-in, Zimmerbezug, und schon startete die geplante Nachmittagstour mit einem entspannenden Besuch im „Marzipan-Speicher-Café“. Das Ziel der Nachmittagstour war die Wakenitz, ein bei Lübeckern beliebter Freizeitbereich mit viel Wasser und viel Natur … und einem richtig tollen Radweg rundherum. Kurz vor Ende der Tour, an einem Arm der Trave, liegt „De Lübsche Schut“, eine alte zum Restaurantschiff umgebaute Schute. „Hier wird mit Liebe gekocht“, erklärte der Wirt zur Begrüßung die etwas länger Wartezeit, die letzten Endes aber nicht störte.
Die Fahrradtour am zweiten Tag begann mit einem einmalig schönen Streckenabschnitt. Direkt an der Trave führt ein extrem schmaler Singletrail am Rande eines Naturschutzgebiets vorbei. Natur pur – ein eindrucksvolles Erlebnis. Im Gegensatz dazu folgte unmittelbar darauf die Durchfahrt durch den Herrentunnel mit dem Fahrrad-Shuttle-Bus. Die restlichen Kilometer zum Hafen in Travemünde waren schnell geschafft – die Fähre zum Priwall stand abfahrbereit bereit –, also gleich heraufgerollt. Leider wurde dabei das kleine Hinweisschild „Bitte Tickets vorher am Automaten kaufen“ übersehen. Zum Glück war das Fährpersonal entgegenkommend und wir konnten das Ticket nach der Überfahrt nachlösen. Eine schick ausgebaute Promenade erwartete uns mit Blick auf die Skyline von Travemünde. Nach einem kurzen Imbiss an einer Fischbude ging es in großem Bogen zurück nach Lübeck. Dort folgte das Nachmittagsprogramm: erst ein Besuch im Café der St.-Petri-Kirche mit anschließendem Blick von der 50 m hohen Aussichtsplattform des Kirchturms. Danach dann der geführte Stadtrundgang zum Thema „Sex & Crime“ durch die Lübecker Altstadt. Der Rundgang endete im urigen Kellergewölbe vom „Brauberger“, einem angeblichen Top-Restaurant der Stadt.
Das Ziel vom dritten Tag war die nahe Ostsee. Scharbeutz, Timmendorfer Strand, Niendorf. Die Strände waren gut besucht von sonnenhungrigen Gästen – ein wohltuendes Urlaubsfeeling stellte sich ein bei den kurzen Stopps an den Strandpromenaden. Ein besonderes Erlebnis folgte kurz darauf mit dem Befahren des Radwegs direkt am Rand des Brodtener Steilufers zwischen Niendorf und Travemünde mit weitem Blick hinaus auf die Ostsee. Die Promenade von Travemünde konnte man an diesem Tage leider nicht genießen – an allen Ecken wurde mit riesigem Aufwand das Volksfest vom kommenden Wochenende vorbereitet. Also nur ’ne kurze Kaffeepause und zurück nach Lübeck geradelt. Für das Abendessen waren Plätze in der Cocktailbar „Barcio“ reserviert. Wer mochte, gönnte sich zu Pizza oder Burger im Rahmen der Happy-Hour einen 2/3-Liter-Cocktail, z.B. den „Hängematte“.
Sollte die geplante Rückfahrt mit der Bahn am vierten Tag wieder problematisch werden? Bevor wir uns damit belasten wollten, sollte erst einmal eine ruhige Schiffsrundfahrt auf der Trave bei strahlendem Sonnenschein für Entspannung sorgen. Die Altstadt wurde umrundet und es gab vom Kapitän viele sachliche und humorvolle Informationen. – Für die Rückreise mit der Bahn wurde vorsorglich Bad Oldesloe als Startbahnhof gewählt. Der Zug war pünktlich, die Zugbegleiterin ausgesprochen freundlich und Hamburg-Hbf war pünktlich erreicht. Nur der Anschlusszug Richtung Hemmoor war leicht verspätet und picke-packe voll.
Gemeinsam gut gelaunt gestartet – gemeinsam gut gelaunt wieder zurück. Vier erlebnisreiche Tage mit tollen Eindrücken von Lübeck und der Ostsee-nahen Umgebung.



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