Hemmoor. 09:00 Uhr Fähranleger Wischhafen – alle Teilnehmer des Radsportvereins Hemmoor waren pünktlich – und schon ging es ab auf die andere Elbseite nach Schleswig-Holstein. Tourleiter Bernhard hatte sich – wie immer – gut vorbereitet. Und so wurden auf den ersten Kilometern schon mal geschichtliche Schnäppchen vorgetragen, angefangen mit dem Kugeldenkmal im Stadtpark von Glückstadt. Die in die Anlage eingemauerten originalen Kanonenkugeln erinnern an die Belagerung der Stadt Anfang des 19. Jahrhunderts. Ein paar Kilometer entfernt findet sich ein Naturdenkmal der besonderen Art: die geschätzt 700 Jahre alte „Alte Eiche“ in Brunsholt. Es heißt, Seeräuber Bruns, ein Zeitgenosse Störtebeckers, soll hier in der Nähe einen Schatz vergraben haben – aber wo? Das dritte Denkmal – wieder aus Stein – krönt ein Frosch als Wahrzeichen des Königsmoores. Darunter ein Abbild von Christian IV., der als König von Schweden im 17. Jahrhundert vergeblich versucht hatte, sein Reich zu vergrößern. Nachgesagt wird ihm, über 20 Kinder gezeugt zu haben – Respekt. Nach soviel interessanter Geschichte mal etwas Ruhiges: Klein Offenseth-Sparrieshoop soll sich zu einem der schönsten Rosendörfer entwickelt haben. Der Stopp im sehenswerten Schaugarten von „RosenKordes“ fiel allerdings nur kurz aus – es hatte zwischenzeitlich angefangen zu regnen. Also zügig weiter zum „Gasthaus Rosenhof“, wo das Mittagessen bestellt war. Der Tisch war bereits einladend gedeckt – der Service zuvorkommend und freundlich – und das Essen lecker und reichlich. – Der Regen hatte sich verzogen, sodass das nahe Elmshorn erkundet werden konnte. Neben überwiegend gut ausgebauten Radwegen galt es auch mal, eine schmale, einspurige und naturnahe Wegführung mit einem Hauch von Abenteuer zu meistern, bis man plötzlich mitten in der Stadt landete: Autos, Ampeln, Baustelle. Im Hafen vor dem Betriebsgelände der Firma Peter Kölln liegt noch das letzte Schiff des großen, bekannten Haferflocken-Unternehmens. Nicht weit davon entfernt gelangt man in die Innenstadt mit Fußgängerzone und Nicolai-Kirche. Der Flohmarkt rund um die Kirche war gerade beendet, und ein wirklich lohnender Blick ins Innere bot sich an, bevor es wieder auf den Rückweg gehen sollte. Jetzt wurde es anstrengend: Der Wind hatte aufgefrischt und sich fast zu einem Sturm gesteigert – und das leider von vorn oder von der Seite. Egal – das ist beim Radeln nun mal so. Belohnt wurde die Anstrengung mit einem Stopp im Hofcafé Möller, kurz vor den Toren Glückstadts. Die Torten waren frisch zubereitet, und so manch eine/r holte sich noch ein zweites Stück. Mit der stürmischen Überfahrt mit der Elbfähre endete diese schöne Tour. Fazit: Auch wenn es mal stürmt und regnet – so eine Tagestour macht richtig Spaß. Einige Teilnehmer verzichteten sogar auf die Pkw-Abholung vom Fähranleger und radelten noch bis zu 30 Kilometer weiter nach Hause.



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