Hemmoor. Sonnenschein, angenehme Temperaturen und ein vielversprechendes Ziel – mehr brauchte es nicht, um eine große Gruppe Radler zu motivieren. Nach gemütlicher Fahrt erreichte die Radler vom Radsportverein den Tierschutzhof Neumann und wurden vor dem Eingangstor schon erwartet und herzlich begrüßt. Und dann öffnete Yvonne Neumann das Tor zu einem Paradies für Tiere. Gleich im Eingangsbereich begrüßte eine bunte Vielfalt an Federvieh, Hühner, Puten, Enten die Gäste, sogar zwei farbenfrohe Aras gibt es. Und weiter ging der Rundgang vorbei an Schweinen, Alpakas, Lamas, Perlhühnern, Kaninchen, Diamanttauben – eine unglaubliche Vielfalt und Vielzahl an verschiedenen Tierrassen, die alle eint, dass sie hier auf dem Tierschutzhof ihr Gnadenbrot bekommen und dafür nichts tun müssen. Sozusagen eine tierische ‚Seniorenresidenz‘.
Hier hat jedes Tier einen Namen und eine Geschichte, jedes Tierschicksal ist besonders. Zum Beispiel landete hier eine Pekingente, die Einwanderer mitbrachten und in ihrer Unterkunft nicht verspeisen durften. Oder Schweine aus einem Tierversuchslabor, Herzinfarkte wurden an ihnen simuliert. Jetzt endlich können sie sich im Matsch suhlen und einfach Schwein sein. Alle Geschichten werden von Yvonne Neumann liebevoll und empathisch transportiert, man hat einfach das Gefühl, dass hier jemand seine Passion gefunden hat.
Der Tierschutzhof ist breit aufgestellt, um die Kosten des laufenden Betriebs aufzufangen. Regelmäßig sind Bewohner therapeutischer Einrichtungen, Kindergärten oder Hospiz-Gäste zu Besuch auf dem weitläufigen, sieben Hektar großen Gelände; hier können Kindergeburtstage gefeiert oder Urlaube verbracht werden. Ganz neu ist das Angebot ‚travel and work‘, wobei junge Menschen die Gelegenheit bekommen, gegen freie Kost und Logis auf dem Hof bei der Versorgung der Tiere mitzuhelfen. Yvonne und Thorsten Neumann arbeiten mit mehreren Tierärzten zusammen, ein Tierarzt aus Hamburg kümmert sich ausschließlich um die Kamele. Ja, es gibt auch Kamele auf dem Hof. Eines hat sogar einen prominenten Paten: Roland Kaiser, der sein Patenkind auch schon mehrfach besucht hat.
Zum Abschluss durfte noch eine Rarität bestaunt werden – seit drei Wochen wohnt ein Esel der Rasse ‚Baudet du Poitou‘ auf dem Hof. Die Rasse ist vom Aussterben bedroht, weltweit gibt es nur noch 800 Exemplare. Um den Fortbestand dieser Rasse zu sichern, soll hier eine Zucht aufgebaut werden.
Bei soviel Abwechslung verging die Zeit wie im Flug – schon war es Zeit für den Abschied. Danke Yvonne Neumann für diesen kurzweiligen Nachmittag und die vielen schönen Geschichten! Anschließend ging es auf einer schönen ausgedehnten Runde zurück nach Hemmoor.



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