Cuxhaven. Mit deutlichen Worten gegen drohenden Sozialabbau und einem klaren Bekenntnis zu Zusammenarbeit und Solidarität endete die Kreisverbandsversammlung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Nds. e.V. KV Cuxhaven am 11. Mai im Kulturbistro (KuBi) der Lebenshilfe Cuxhaven.
Beiratsvorsitzender Michel Laue begrüßte 22 Vertreter*innen von 16 Mitgliedsorganisationen des Kreisverbandes. Auch Kreisverbandsgeschäftsführerin Helle Vanini zeigte sich erfreut über die starke Beteiligung. Im Mittelpunkt der Versammlung standen Informationen zur beschlossenen Neustrukturierung des Paritätischen Niedersachsen unter dem Titel „Strategie 2030“. Zuständigkeiten sollen nicht mehr nach Landkreisen, sondern stärker nach Geschäftsbereichen organisiert werden, unter anderem um Arbeitsfelder gezielter und effizienter bearbeiten zu können. Für die Mitgliedsorganisationen aus Stadt und Landkreis Cuxhaven bleibt Helle Vanini weiterhin zuständig. Ferner informierte Vanini über das bevorstehende „Fest der Demokratie“, das am Samstag, 30. Mai, von 10 bis 15 Uhr auf dem Penzancer Platz in Cuxhaven stattfinden soll. Das Bündnis „Cuxhaven für Respekt und Menschenwürde“, bei dem der Paritätische Kooperationspartner ist, lädt dort zu Reden, Musik, Informationsständen und zum Austausch rund um die Themen Vielfalt, Respekt, Mitwirkung und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Vorstellung von Fördermöglichkeiten für Mitgliedsorganisationen des Paritätischen. Daniela Langewitz, persönliche Assistentin der KV-Geschäftsführung, erläuterte, wie Zuschüsse beantragt werden können.
Die Versammlung gedachte des im März verstorbenen Eckhard Christiansen. Der langjährige Vertreter des Kneipp-Vereins Cuxhaven hatte von 2018 bis 2022 dem Beirat des Paritätischen angehört. Die Anwesenden ehrten ihn mit einer Schweigeminute. Vorgestellt wurden zudem zwei neue Gesichter innerhalb der Mitgliedsorganisationen: Peter Unruh übernahm den Vorsitz des Schullandheimvereins der Abendrothschule Cuxhaven e.V. und trat damit die Nachfolge von Werner Rusch an, der den Verein seit 1994 prägt. Ebenfalls begrüßt wurde Fabian Scharping als neuer Geschäftsführer der Werkhof & Wohnstätten Lebenshilfe Cuxhaven. Er folgt auf Werner Ludwigs-Dalkner, der dieses Jahr in den Ruhestand geht und somit seine Tätigkeit sowohl als Geschäftsführer als auch den Vorsitz im Pari-Beirat abgegeben hat.
Scharping unterstrich die Bedeutung des Paritätischen als starkes Netzwerk – gerade in Zeiten zunehmenden Drucks auf soziale Einrichtungen. Wie aktuell diese Sorgen sind, zeigte eine Veröffentlichung des Paritätischen Niedersachsen und des Gesamtverbands im April 2026. Mit einer Kampagne unter dem Titel „Gemeinsam gegen Sozialabbau“ warnt der Verband vor massiven Kürzungsplänen bei sozialen Leistungen. Eine dem Paritätischen Gesamtverband vorliegende Streichliste mit mehr als 70 Kürzungsvorschlägen zeigt, wie tief diese Einschnitte gehen würden. Bund, Länder und Kommunen diskutieren radikale Einsparungen bei sozialen Leistungen. Gespart werden soll ausgerechnet da, wo Unterstützung unverzichtbar ist: bei Kindern und Jugendlichen, bei Menschen mit Behinderungen – bei Millionen Menschen und ihren Familien. Individuelle Rechtsansprüche auf Schulbegleitung sollen gestrichen, das Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Behinderungen eingeschränkt, die Nachbetreuung junger Erwachsener aus der Jugendhilfe abgeschafft und der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende zusammengestrichen werden. Manche Vorschläge widersprechen offen der UN-Behindertenrechtskonvention und der UN-Kinderrechtskonvention.
Helle Vanini appellierte deshalb eindringlich an die Mitgliedsorganisationen, aktiv zu werden: „Nutzen Sie die Informationen und Argumentationshilfen, schreiben Sie unserem Bundestagsabgeordneten, unterzeichnen Sie Petitionen, teilen Sie Informationen und zeigen Sie Haltung.“ Besonders wichtig seien der Erhalt von Unterstützungsleistungen für Familien, in der Kinder- und Jugendhilfe, der Inklusion sowie Qualitätsstandards in Kindertagesstätten.



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