Zusammenfassung über die Veranstaltung der Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Cuxhaven“, zum Thema Leben und Wohnen im Alter, Referent Herr Christian Stollmeier (DRK Cuxhaven / Hadeln).
Leben und Wohnen im Alter – Impulsvortrag bei der BI am 05.05.2023 im Gleis 4 in Cuxhaven
Drei Stufen von Unterstützungsleistungen bzw. Wohnmöglichkeiten im Alter:
1. In der eigenen Häuslichkeit
Man kann in der eigenen Wohnung oder Haus bleiben und holt sich für bestimmte Anliegen Unterstützungsleitungen ins Haus:
A – Ambulante Hilfeleistungen
Hauswirtschaftliche Unterstützung
Betreuung durch Externe
Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen/Bauliche Veränderungen (Anspruch nach § 40 SGB XI bei Vorliegen eines Pflegegrad)
Hausnotruf – stationär oder mobil (www.drk-cuxhaven-hadeln.de)
Menüservice
B – Ambulante Pflege
Vorliegen eines Pflegegrades
Hilfe bei der Körperpflege
Medikamentenmanagement
Pflegerische Versorgung nach Verordnung durch einen Arzt (z.B. nach Operationen oder Krankenhausaufenthalten)
Hauswirtschaftliche Unterstützung und Betreuung
C- Tagespflege
Betreuungseinrichtungen i.d.R. von Montag bis Freitag
Entlastung für pflegende Angehörige
Aber auch: Gemeinschaft für Alleinlebende
Es sollte ein Pflegegrad vorliegen
Tageweise buchbar
Risiken oder Hinweise:
– Ist die Wohnung oder das Haus barrierefrei oder sogar rollstuhlgerecht?
– Leistungen und Preise beim Hausnotruf vergleichen – Ein auf den ersten Blick viel günstigeres Angebot ist es am Ende häufig gar nicht
Angebote an ambulanter Pflege bzw. die Anzahl von Pflegediensten werden auf Grund von Personalmangel immer weniger. Zudem fehlt eine ausreichende Refinanzierung der Leistungen eines Pflegedienstes durch die Pflegekassen. Daher wird es in Zukunft immer schwieriger, einen passenden Pflegedienst für sich zu finden.
2. Service Wohnen oder Betreutes Wohnen
Service oder Betreutes Wohnen bietet sich immer dann an, wenn ein Leben in den eigenen vier Wände i.d.R. auf Grund der fehlenden Barrierefreiheit (Kein Aufzug, keine ebenerdigen Bäder) nicht mehr möglich ist, eine Unterbringung in einem Pflegeheim aber noch lange nicht nötig ist.
A – Barrierefreies Wohnen
Wohnung in einem Gebäude mit Aufzug und ebenerdigen Bädern suchen
Unterstützungsleistungen wie in der eigenen Häuslichkeit bei Bedarf dazu buchen
Ansonsten sein Leben selbstständig organisieren
B – Service oder Betreutes Wohnen
Eigene Wohnung in einem Gebäude mit mehreren Wohneinheiten (Beispiele des DRK: Service Wohnen in Otterndorf (Seniorenconcept/DRK) oder Abendroth-Quartier in Cuxhaven (Schleyer Immobilien und DRK und bald zusammen mit Seniorenconcept am Störtebeckerbogen)
Eine Servicegebühr für Grundleistungen (Beratung, Unterstützung, Organisation, Veranstaltungen, Förderung gemeinsames Zusammenleben) muss bezahlt werden, egal was man von den Grundleistungen in Anspruch nimmt (Aktuell beim DRK 107€ pro Einzelperson)
Servicegebühr für Grundleistungen und Mietvertrag sind gekoppelt, alle anderen Leistungen (Hausnotruf, Menüservice, Pflege, etc. ) können freiwillig dazu gebucht werden
Risiken oder Hinweise:
Freiwillige Leistungen können von jedem Anbieter dazu gebucht werden, unabhängig vom Anbieter der Grundleistungen. Es darf keine Verpflichtung geben, dass man Zusatzleistungen von einem bestimmten Anbieter nehmen muss!
3. Stationäre Pflegeeinrichtung
Ein Umzug in eine stationäre Pflegeeinrichtung empfiehlt sich immer dann, wenn ein regelmäßiger Pflegebedarf vorhanden ist, der nur schwer oder gar nicht in der eigenen Häuslichkeit sichergestellt werden kann.
– Ein Pflegegrad 2-5 sollte vorhanden sein
– Auf Grund des Tariftreuegesetz sehr teuer geworden, da Mitarbeiter endlich vernünftig bezahlt werden. Leider hat sich die Zuzahlung der Pflegekassen nicht geändert.
– Pflege zur Hilfe (Beantragung über das Sozialamt) ist keine Schande!
Fazit: Es gibt viele Möglichkeiten, aber letztendlich muss jeder für sich entscheiden, was das Richtige für einen ist!



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