Otterndorf. Das Kommunale Kino in Otterndorf wartet im April mit einem Drama um die Freundschaft zweier zehnjähriger Schüler auf, dessen Auflösung – durch die vielschichtig angelegte Erzählweise – die Zuschauerinnen lange im Ungewissen lässt. Mit ihrem Sohn Minato stimmt etwas nicht, da ist sich seine Mutter Saori sicher, denn der Junge verschließt sich immer mehr. Irgendetwas muss in der Schule vorgefallen sein. Wird er etwa gemobbt? Oder gehört er selbst zum Kreis der Mobber seines Mitschülers Yori? Und was hat Herr Hori, der Lehrer der fünften Klasse, in die Minato und Yori gehen, damit zu tun? Klug verschachtelt Hirokazu Kore-eda sein unaufgeregtes, multiperspektivisches Drama zu einem so interessanten wie ambivalenten Film-Puzzle, bei dem sich erst nach und nach erschließt, was wirklich vorgefallen ist zwischen den Beteiligten.
Immer wieder sind die Zuschauenden gezwungen, ihre Einschätzungen über die Figuren neu zu überdenken. Gleichzeitig werden Themen wie Familienbilder, Etikette, Gruppenzwang oder auch die Konsequenzen falscher Anschuldigungen hinterfragt. Und dann geht das letzte Drittel noch einmal richtig zu Herzen, wenn der Film sich ganz auf seine jugendlichen Protagonisten besinnt.
Komplexes, einfühlsames Drama, das trotz seiner Themenfülle nie überladen wirkt.
Der japanische Film aus dem Jahr 2023, mit 127 Minuten, wird am 8. April, ab 20:00 Uhr in der Stadtscheune Otterndorf aufgeführt. Weitere Informationen, Vorbestellungen unter: 04751 – 4700



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