‘Aufklärung ist der Schlüssel‘, lautet das Motto, nach dem Kathrin Seyfahrt, Gründerin von ‘Wunschträume/Netzwerk für Mädchen- & Frauenprojekte e.V.‘, ihren Partnerverein, die ‘Association Bangr Nooma‘ (kurz ABN), im westafrikanischen Burkina Faso und dessen Gründerin Madame Rakieta Poyga unterstützt.
„Bangr Nooma“ bedeutet „Es gibt nichts Besseres als Wissen“, denn in ihrer Arbeit stößt Rakieta Poyga immer wieder auf Aberglauben, gesellschaftliche Machtstrukturen, Ängste und Widersprüche. Gleichzeitig haben sie und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit Gründung der Organisation im Jahr 1998 durch intensive Aufklärungsarbeit beachtliche Erfolge erzielt.
Seit dem Aufbau von Bangr Nooma fanden in mehr als 1000 Dörfern Aufklärungskampagnen zu weiblicher Genitalverstümmelung, auch FGM (Female Genital Mutilation) genannt, statt. Mehr als 1 Million Menschen wurden seitdem erreicht, und in fast allen Dorfgemeinschaften gibt es heute Komitees, die sich für den Schutz von Mädchen engagieren und über FGM aufklären. Inzwischen finden dort auch keine Genitalverstümmelungen mehr statt, oder die Praxis ist erheblich zurückgegangen.
Im Sitz der Organisation am Stadtrand von Ouagadougou gibt es einen großen Schulungsraum, in dem immer wieder Vorträge, Meetings und Aufklärungskampagnen stattfinden, zum Teil auch in Kooperation mit anderen unterstützenden Organisationen. So fand beispielsweise im November letzten Jahres ein zweitägiges Seminar von ‘Terre des Femmes‘ für traditionelle Führer des Landes statt, bei dem es um die Mobilmachung für die vollständige Abschaffung der Beschneidung von Frauen ging
Für den heutigen 6. Februar sind landesweit wieder Aufklärungskampagnen geplant und wird in manchen Dörfern das Beschneidungsbesteck offiziell ‚begraben‘.
‘Dieu a créér la Femme tel qu’il l’a voulu‘ – „Gott schuf die Frau so, wie er es wollte“, heißt es auf den T-Shirts der sogenannten Animateure und Animatricen, die für ABN im Einsatz sind. Und das nicht nur in den Dörfern, sondern auch in Schulen, Krankenstationen sowie im gynäkologischen Zentrum der Organisation.
Dieses Zentrum wurde 2018 gegründet und wird seither von Wunschträume/Netzwerk für Mädchen- & Frauenprojekte e.V. unterstützt. An zwei Tagen wöchentlich können sich Mädchen und Frauen von einer Psychologin und/oder Hebamme unentgeltlich beraten oder untersuchen lassen. Dabei geht es nicht ausschließlich um die Genitalverstümmelung, sondern auch um Gesundheitsvorsorge. Die Frauen lernen, ihre Brust abzutasten, um damit möglichen Brustkrebs zu vermeiden. Manche bringen ihren Mann mit, um über Familienplanung zu sprechen. (Weitere Informationen unter www.netzwerk-wunschtraeume.de).
Ein Projekt von vielen zum grausamen Ritual der weiblichen Genitalverstümmelung, das eigentlich bis zum Jahr 2030 weltweit abgeschafft sein sollte. Ob dieser Termin zu halten ist, bleibt leider mehr als fraglich.
Weltweit betroffen sind 200 Millionen Mädchen und Frauen, und es handelt sich nicht nur um ein Problem der Risikoländer. Durch den Zuzug von Menschen aus diesen Ländern wird FGM auch in Deutschland zum Thema.

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