Fünf Tage Tischtennis, 13 Konkurrenzen, 455 Meldungen, über 1400 Spiele Foto: Florian Ehrenberg

13. Oste-Cup des SC Hemmoor – fünf Tage Tischtennis pur

Hemmoor. Vom 13. bis 17. Mai richtete die Tischtennis-Abteilung des SC Hemmoor zum 13. Mal den Oste-Cup aus. Beim bundesoffenen Turnier für Jung und Alt, von 7. Kreisklasse bis Landesliga, zogen es über 260 Spieler/innen aus 85 Vereinen in die Turnhalle des Gymnasiums. Mit insgesamt 455 Meldungen erreichte die engagierte Abteilung einen neuen Melderekord.

Nachdem die letzten zwei Jahre an drei Tagen in zwei Hallen gespielt worden war, konzentrierte sich die Abteilung um die Vorstandsmitglieder Florian Ehrenberg, Tobias Horeis und Nils Konetzny in diesem Jahr einzig auf die Turnhalle des Gymnasiums Warstade. Um alle Konkurrenzen unterzubringen und das Turnier noch um ein Doppelturnier zu erweitern, begann bereits am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt der fünftägige Tischtennis-Marathon. Diese Entscheidung sollte sich auszahlen – im Vergleich zum Vorjahr kamen ca. 100 Meldungen dazu.

Wie in jedem Jahr waren für die Startberechtigung an den jeweiligen Konkurrenzen der individuelle TTR-Wert der Spieler/innen und das Alter ausschlaggebend. Der TTR-Wert spiegelt die Spielstärke wider. Gespielt wurde an diesem Wochenende in fast allen Konkurrenzen in 5er- und 6er-Gruppen mit anschließender End- und Trostrunde. In der Doppelkonkurrenz wurde eine Vorgabe eingeführt, um die großen Leistungsunterschiede auszugleichen.

Mittwoch, 13. Mai – gelungenes Comeback der Doppelkonkurrenz

Zum ersten Mal seit dem 1. Oste-Cup im Jahr 2012 wurde wieder eine Doppelkonkurrenz ausgespielt. Um die Konkurrenz für viele Spieler/innen attraktiv zu machen, wurde eine Vorgabesystem eingeführt, das den meisten Teilnehmer/innen aus dem Kreispokal bereits bekannt war. Das neue Angebot wurde mit 39 Meldungen erfreulicherweise stark angenommen. Sorgte die Vorgaberegelung vor allem in der Vorrunde für so manche Überraschung, konnte sie dennoch nicht verhindern, dass die Favoriten am Ende ganz oben standen. Mit Kai Krüger (TSV Lamstedt) und Conrad Buck (SC Steinau/Odisheim) setzten sich die “local heroes” nachts knapp im Finale gegen die weit angereisten Berliner Charlie Nussbaum und Jannis Lindow (ttc berlin eastside) durch.

Doppel: v.l. 1. Conrad Buck & Kai Krüger (SC Steinau/Odisheim / TSV Lamstedt), 2. Jannis Lindow & Charlie Nussbaum (ttc berlin eastside), 3. Mario & Marvin Bösch (TuRa Hechthausen) & Christoph Birkholz & Michael Tiedemann (SC Steinau/Odisheim), TR 1. Leander Schmidt & Nils Konetzny (SC Hemmoor)

Donnerstag, 14. Mai – 10,5 Stunden bis zum Titel

Es gab durchaus Diskussionen in der Abteilung, ob sich ein Angebot am Feiertag lohnt. Mit 85 Meldungen war im Nachhinein kein Block so gut besucht, wie an Christi Himmelfahrt. Um 13 Uhr fiel der Startschuss für die ersten Einzelkonkurrenzen “Erwachsene 1250” und “Erwachsene 1700”.

In der Konkurrenz Erwachsene 1250 (44 Teilnehmer/innen) konnte man am Ende den Eindruck gewinnen, dass es sich um eine Jugendkonkurrenz handelte. Der erst 10-jährige Hemmoorer Jannik Pramor gewann die Trostrunde, das Halbfinale der Hauptrunde erreichten ebenfalls ausschließlich junge Talente aus der Region. Mit Tilman Helck und Kenneth Keßler hatten Hemmoorer in den Halbfinals das Nachsehen, ehe sich Jan-Hendrik Herbst (13, TV Sottrum) im Finale gegen Luis Huke (13, TSV Thedinghausen) durchsetzte.

Erwachsene 1250: v.l. 1. Jan-Hendrik Herbst, 2. Luis Huke (TSV Thedinghausen), 3. Tilman Helck & Kenneth Keßler (nicht im Bild), TR 1. Jannik Pramor (alle SC Hemmoor)

Parallel traten 47 Spieler/innen in der Konkurrenz Erwachsene 1700 an. Nach 10 Stunden trafen sich die beiden Favoriten Nicolai Glowienka (ATSV Habenhausen) und Conrad Buck (SC Steinau/Odisheim) nach ihren Halbfinalsiegen gegen Marcus Groß (SG Holßel/Midlum) und Joost Oest (SC Steinau/Odisheim) im Finale. Materialspieler Nicolai Glowienka setzte sich nach einem deutlichen Sieg nach knapp 10,5 Stunden die Krone auf.

Erwachsene 1700: v.L. 1. Nicolai Glowienka (ATSV Habenhausen), 2. Conrad Buck (SC Steinau/Odisheim), 3. Joost Oest (SC Steinau/Odisheim) & Marcus Groß (SG Holßel/Midlum), TR 1. Matthias Diecks (TV Oldersum)

In der, unter allen Gastvereinen ausgespielten, Vereinswertung setzte sich der SC Steinau/Odisheim nach zwei erfolgreichen Tagen an die Spitze.

Freitag, 15. Mai – Zweimal Gold für Hemmoor

Mit vier Konkurrenzen stand der erste von zwei Großkampftagen an. Den Anfang machten ab 10 Uhr die Jugendlichen in den Konkurrenzen U15 700 und U19 1000.

Um auch Anfängern ein tolles Turniererlebnis zu bieten, wurde die Konkurrenz U15 700 eingeführt. 14 Kinder und Jugendliche sammelten hier wertvolle Erfahrungen für die Zukunft. Die Teilnehmer/innen spielten in einer Gruppe nach dem Schweizer System um allen viele Spiele zu ermöglichen. Mit Bennet Schütt und Jonathan Hinz standen hier am Ende zwei Hemmoorer ganz oben.

Die Preisträger der U15 700, 1. Bennet Schütt (3. v.R.)

Die 33 Teilnehmer/innen der Konkurrenz U19 1000 brachten da schon deutlich mehr Erfahrung mit. Luis von Bargen (TuRa Hechthausen) konnte sich ein Jahr nach seinem Sieg in der Konkurrenz U19 800 zum zweiten Mal in Folge Gold sichern. Im Finale besiegte er Flemming Engelhardt vom SC Hemmoor. Damon Finck (SG Holßel/Midlum) war einer der Dritten und zugleich Dauerbrenner des Wochenendes. An den fünf Tagen spielte er ganze 39 Einzel.

U19 1000: v.l. 1. Luis von Bargen (TuRa Hechthausen), 2. Flemming Engelhardt (SC Hemmoor), 3. Emilia Beckefeld (TV Langen), TR 1. Robert Bulanov (TSV Germania Cadenberge), 3. Damon Finck (SG Holßel/Midlum)

Nach der Siegerehrung ging die Turnierleitung direkt in die Anmeldung der folgenden Erwachsenenkonkurrenzen 1100 und 1550 über, die ab 17 Uhr an die Tische gingen.

In der Konkurrenz Erwachsene 1100 bot sich nahezu das gleiche Bild wie am Vortag. Wieder waren es die Jugendlichen, die eine Konkurrenz dominierten. Aus den 24 Teilnehmer/innen spielten sich letztendlich die Hemmoorer Andrii Bereziuk und Philip Alsfeld ins Finale durch. Hier hatten der 14jährige Andrii mit 3:1 die Oberhand.

Erwachsene 1100: v.l. 1. Andrii Bereziuk, 2. Philip Alsfeld, 3. Jannik Pramor (alle SC Hemmoor) & Josephine Hanse (TuS Altwarmbüchen), TR 1. Jasper Weers (AT Rodenkirchen)

Bei den Erwachsenen 1550 (49 Teilnehmer/innen) war der Weg zum Titel schon deutlich länger – keine Konkurrenz war so gut besucht. Zu später Stunde gewann Finn Domnick (TuSG Ritterhude) das spannende Finale über fünf Sätze gegen Kim-Jacqueline Heinrich (TSV Farge-Rekum).

Erwachsene 1550: v.l. 1. Finn Domnick (TuSG Ritterhude), 2. Kim-Jacqueline Heinrich (TSV Farge-Rekum), 3. Tizian Engler (TSV Germania Cadenberge) & Johanna Jahnke (SV Blau-Gelb Cuxhaven), TR 1. André Faulhaber (SC Hemmoor)

Samstag, 16. Mai  – Holßel/Midlum übernimmt die Führung

Nach dem ersten Großkampftag war die Nacht kurz. Bereits ab 10 Uhr wurde in den Konkurrenzen U19 900 & 1400 wieder gespielt.  Elias Hempel (SG Holßel/Midlum) erwischte in der sehr ausgeglichenen und stark besetzten Konkurrenz U19 900 (39 Teilnehmer/innen) einen absoluten Sahnetag. Im Finale besiegte er Felix Schumacher (FC Hambergen). Beide verhinderten in den Halbfinals das Familienduell zwischen Andreas und Nicholas Badea (SC Hemmoor).

U19 900: v.l. 1. Elias Hempel (SG Holßel/Midlum), 2. Felix Schumacher (FC Hambergen), 3. Nicholas & Andreas Badea, TR 1. Mika Hannemann (alle SC Hemmoor)

Im Finale der Konkurrenz U19 1400 (24 Teilnehmer/innen) hätte der Altersunterschied kaum größer sein können. Die 18jährige  Josephine Butschinski (TuRa Hechthausen) besiegte hier Leo Wander (10, Delmenhorster TB) in vier Sätzen.

U19 1400: v.l. 1. Josephine Butschinski (TuRa Hechthausen), 2. Leo Wander (Delmenhorster TB), 3. Clemens Heinze (Meiendorfer SV) & Pius Wittwer (TuRa Hechthausen), TR 1. Lasse Koch (MTV Himmelpforten)

Noch während die Finalspiele im Jugendbereich liefen, gingen auch die zahlreich angereisten Teilnehmer/innen der Erwachsenenkonkurrenzen 1400 & 1850 an die Tische. Im Finale der 1400er-Klasse (37 Teilnehmer/innen) hieß es am Ende Hamburg gegen Nordrhein-Westfahlen. Mit Sascha Brand (ESV GW Essen) hatte der Westen die Nase vorn. Er besiegte Lina Weidmann (TuS Finkenwerder) klar in drei Sätzen und belohnte sich für die weite Anreise.

Erwachsene 1400: v.l. 1. Sascha Brand (ESV GW Essen), 2. Lina Weidmann (TuS Finkenwerder), 3. Felix Kießling (Wandsbeker TSV Concordia) & Niklas Bautzmann (nicht im Bild), TR 1. Jonas Pramor (beide SC Hemmoor)

Großes Tischtennis wurde parallel in der höchsten Spielklasse des Wochenendes geboten. Ganze 45 Teilnehmer/innen spielten hier bis tief in die Nacht auf höchstem Niveau. Titelverteidiger Thorben Behrmann (TSV Lunestedt) musste sich im Halbfinale dem späteren Sieger Piotr Slodczyk (VfL Sittensen) geschlagen geben. Dieser besiegte im Finale den favorisierten Luca Lüddecke (GW Harburg) souverän in vier Sätzen.

Erwachsene 1850: v.l. 1. Peter Slodczyk (VfL Sittensen), 2. Luca Lüddecke (GW Harburg), 3. Charlie Nussbaum (ttc berlin eastside) & Thorben Behrmann (TSV Lunestedt), TR 1. Gabriel Griffin (TTV Preußen 90)

Sonntag, 17. Mai – Jan-Hendrik Herbst zum Zweiten

Den Abschluss des langen Tischtennis-Wochenendes bildeten ab 10 Uhr die Jugendkonkurrenzen U19 800 & 1200. In der Konkurrenz U19 800 (23 Teilnehmer/innen) war die Halle im Finale klar auf der Seite des Hemmoorer Shootingstars Emil Gätke. Nach nur einem halben Jahr Tischtennis holte der Kreisminimeister auch sein erstes Gold beim Heimturnier. Im Finale besiegte unter großem Jubel Jarno Brand vom TV Langen.

U19 800: v.l. 1. Emil Gätke (SC Hemmoor), 2. Jarno Brand (TV Langen), 3. Johann Richters (TuRa Hechthausen) & Lucas Tiedemann, TR 1. Mats Lunden (beide SC Hemmoor)

Nach seinem Sieg am Donnerstag trat Jan-Hendrik Herbst (TV Sottrum) gut erholt in der Konkurrenz U19 1200 (37 Teilnehmer/innen) an. Auch hier sollte er am Ende Gold entgegen nehmen. Im Finale besiegte er Lokalmatador Andrii Bereziuk (SC Hemmoor) und kann nach seinem zweiten Turniersieg sicher als Spieler des Turniers bezeichnet werden.

U19 1200: 1. Jan-Hendrik Herbst (TV Sottrum), 2. Andrii Bereziuk (SC Hemmoor), 3. Luis Huke (TSV Thedinghausen), 3. Mika Themann (SG Holßel/Midlum), TR 1. Bela Hoffmann (MTV Jever)

Als Verein des Turniers wurde schlussendlich die SG Holßel/Midlum geehrt. Die Spielgemeinschaft sicherte sich die Vereinswertung vor dem SC Steinau/Odisheim und dem Titelverteidiger TuRa Hechthausen. Näher dran war übrigens kein Gastverein. Das Trainerteam Stephanie und Marcus Groß übernachteten von Mittwoch bis Sonntag mit 14 Jugendlichen im nahegelegenen Vereinsheim des SC Hemmoor.

Vereinswertung: Die SG Holßel/Midlum sichert sich nach großem Einsatz das erste Mal den begehrten Wanderpokal

Nach fünf Tagen ging ein beispielloses Tischtenniswochenende zu Ende. An den fünf Tagen wurden mehr als 1400 Begegnungen aufgerufen und in 13 Konkurrenzen bei guter Stimmung um Preise und Pokale gespielt. Nach wie vor wird das Turnier vor allem von der Jugend getragen. Von den 264 Teilnehmer/innen waren 190 Kinder und Jugendliche, was für die engagierte Jugendarbeit in der Region spricht.

Abteilungsleiter Florian Ehrenberg zeigte sich überaus zufrieden mit dem Verlauf des Turniers. Große Anerkennung gebührt den zahlreichen Helfer/innen seiner Abteilung. Neben Auf- und Abbau mussten über die Spielzeit von ca. 60 Stunden Turnierleitung, Verpflegung und Betreuung von Jugendlichen im Schichtsystem abgedeckt werden. Eine wahre Energieleistung, die auch durch Besuche von Vertreter/innen des Hauptvereins, des Kreisverbandes und der Stadt Hemmoor gewertschätzt wurde.

Das nächste Projekt der Abteilung steht bereits in den Startlöchern: Im September werden erstmals die Tischtennis-Kreismeisterschaften der Erwachsenen in Hemmoor stattfinden.

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