LandFrauen aus dem Cuxland nahmen an einer Reise durch Lettland und Litauen teil – verschiedene Betriebe wurden besucht
Landkreis Cuxhaven. Frauen führen Betriebe, leiten Unternehmen und treffen wichtige Entscheidungen für die Zukunft ländlicher Räume. Auf einer Bildungsreise des Niedersächsischen LandFrauen Verbandes Hannover (NLV) durchs Baltikum kamen die LandFrauen mit starken Frauen in Führungspositionen ins Gespräch. Im Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft führte eine vom NLV angebotene Reise die Teilnehmerinnen durch Lettland und Litauen. Mit dabei waren auch unsere LandFrauen aus dem Bereich „An der Oste“ und Stade. „Diese Reise hat unseren Blick auf Europa geschärft“, sagt Elisabeth Brunkhorst, die NLV-Präsidentin. „Besonders geprägt haben uns die starken Frauen in Landwirtschaft und Wirtschaft, die gelebte Gemeinschaft innerhalb unserer Gruppe und die vielen persönlichen Eindrücke. Zugleich wurde deutlich, welchen hohen Stellenwert Freiheit und Demokratie in den baltischen Staaten haben“, fasst die NLV-Präsidentin ihre Eindrücke zusammen.
Gleich zu Beginn lernte die Reisegruppe in Lettland einen Cidre-Betrieb kennen. Die Betriebsleiterin stellte das Unternehmen vor: Aus regionalen Äpfeln werden hochwertige Cidre-Spezialitäten hergestellt. Die LandFrauen erhielten Einblicke in die Verarbeitung, Vermarktung und die Bedeutung regionaler Wertschöpfung. Besonders eindrucksvoll war der Besuch beim litauischen Landtechnikerunternehmen IVA-BALTE, dem Fendt-Importeur des Landes. Die Geschäftsführerin Monika Tarvydyté sprach offen über ihren Weg in einer Branche, die nach wie vor überwiegend von Männern geprägt ist. Sie berichtete, dass sie zu Beginn ihrer Laufbahn häufig unterschätzt wurde und sich ihren Platz erst erarbeiten musste. Besonders in Erinnerung blieb ihre Botschaft zur Hofnachfolge: Väter sollten auch ihre Töchter als mögliche Nachfolgerinnen in den Blick nehmen. Entscheidend seien Fähigkeiten, Engagement und Leidenschaft und nicht das Geschlecht.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebes bei den Kruonis. Die Betriebsleiterin Jolanta Grey zeigte, wie selbstverständlich Frauen heute Verantwortung in der modernen Landwirtschaft übernehmen. Mit einem Augenzwinkern erzählt sie, dass nicht sie den Hof verlassen habe, sondern ihr Mann seine Heimatstadt, und kam zu ihr auf den ländlichen Betrieb. Auf der Sanddornfarm „Zelt“, dem größten Sanddorngarten Lettlands, entstehen aus den Beeren Produkte für Ernährung, Schönheit und Gesundheit. Die LandFrauen erfuhren dort anschaulich, wie Ideen und Unternehmergeist zur Entwicklung ländlicher Regionen beitragen können.
Und unter anderem der Besuch bei leafood, der vertikalen Landwirtschaft, die in Vilnius ganzjährig Salat, Kräuter und Microgreens anbietet. Die wichtigsten Merkmale der Firma sind die umweltfreundliche Produktion mit Ökostrom, der Verzicht auf Pestizide sowie die frische Lieferung direkt am Erntetag. Geschmacklich hat es die Gruppe überzeugt. Neben den fachlichen Programmpunkten lernten die 30 Teilnehmerinnen durch die Reiseleiterin Daiwa die Geschichte, Kultur und Gegenwart der baltischen Staaten kennen. Eindrücklich waren unter anderem die Besuche in Riga, Kaipéda, Kaunas, der kurischen Nehrung und Vilnius sowie die Gespräche über die politische Situation in der Region. Die Nähe zu Russland und die bewegte Geschichte machten deutlich, wie wertvoll Frieden, Freiheit und europäischer Zusammenhalt sind. „Diese Erfahrungen und Erkenntnisse nehmen wir alle mit nach Hause und tragen sie weiter“, lautet das Fazit von Elisabeth Brunkhorst.


