Nindorf. Welche Aufgaben bei einem Milchkontrolleur auf dem täglichen Arbeitsplan stehen, kann der Armstorfer Johann Thomann beantworten. Er hatte vor 44 Jahren die Stelle beim Milchkontrollverein Lamstedt e.V. von seinem Vater übernommen. Zu der Zeit gab es noch 267 Betriebe mit 7246 Kühen zu kontrollieren. Für ihn und seine Arbeitskollegen hieß es, Proben vorzubereiten, Kontrolltests durchzuführen und Produktionsdaten mit Tierwohl, Fütterung, Hygiene und Herdenauswahl zu verbinden. Mit der monatlichen Milchkontrolle erhalten die Milcherzeuger verlässliche Informationen zur Gesundheit und zum Leistungsstand ihrer Kühe. Gleichzeitig erhalten Sie Aussagen zum Herdenmanagement, um die Milchkühe tiergerecht und effizient zu halten. Die Milchkontrolle, auch als Milchleistungsprüfung (MLP) bekannt, liefert diese Informationen seit über 100 Jahren. Am Anfang seines Berufslebens stand noch viel Schreibarbeit auf dem Plan. Jedes Kalb wurde handschriftlich in spezielle Listen eingetragen und auch deren Färbung aufgezeichnet. Ohrmarken erhielt das Milchvieh, um registriert zu werden. Kopfrechnen war angesagt und auch viel Fingerspitzengefühl. Früher wurden die Kühe noch auf den Weiden gemolken und der Armstorfer musste bei Wind und Wetter seine Kontrollen durchführen. Inzwischen sind die Daten digitalisiert und Johann Thomann konnte alles abrufen. In den letzten Jahren gaben immer mehr Milchbauern ihre Betriebe auf und zurzeit gibt es im Kontrollverein noch 108 Höfe. Die Anzahl der Kühe hat sich allerdings nahezu verdoppelt und 13850 Milchvieh stehen in den Ställen. Der Armstorfer war für die Kontrolle von 11 Milchbetrieben in den umliegenden Dörfern zuständig, bevor er sich entschloss, in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Drei aktive Nindorfer Milchbetriebe wollten sich gebührend von Johann Thomann verabschieden und sich für seine hervorragende Arbeit bedanken. „Es wird uns etwas fehlen, wenn Johann zukünftig nicht mehr kommt“, erklärte Landwirt Jürgen Oellerich und überreichte einen Präsentkorb. (mor)


