VBS Fachstelle für Sucht, Suchtprävention und Psychosoziale Beratung rät zu Vorsicht bei Sportwetten Foto: Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen

WM-Fieber oder Wettfieber?

Cuxhaven. Mit dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 rückt nicht nur Spitzensport in den Mittelpunkt, sondern auch ein Thema, das häufig im Schatten des Fußballfiebers steht: Sportwetten. Während Millionen Menschen die Spiele verfolgen, werben Wettanbieter verstärkt mit Bonusaktionen und speziellen WM-Angeboten.

Die VBS-Fachstelle für Sucht, Suchtprävention und psychosoziale Beratung weist deshalb auf die Risiken von Sportwetten hin und ruft zu einem bewussten Umgang mit Glücksspielen auf.„Große Sportereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft führen regelmäßig zu einem Anstieg der Wettaktivitäten. Besonders problematisch ist, dass Sportwetten oft als harmloser Teil des Fußballerlebnisses wahrgenommen werden. Tatsächlich gehören sie jedoch zu den Glücksspielangeboten mit erhöhtem Suchtpotenzial“, so Sascha Lumm, Glücksspielfachkraft der VBS Fachstelle für Sucht, Suchtprävention und psychosoziale Beratung in Cuxhaven.

Junge Männer gelten dabei als besondere Risikogruppe. Glücksspielprobleme beginnen häufig bereits in jungen Jahren. 40 Prozent der in den Jahren 2024 und 2025 ambulant beratenen Personen in Niedersachsen berichten, dass ihre Glücksspielstörung bereits vor dem 21. Lebensjahr begonnen habe.

Die Risiken von Sportwetten werden häufig unterschätzt. Neben der emotionalen Dynamik von Spielen, der ständigen Verfügbarkeit über digitale Angebote und der intensiven Werbeansprache ist besonders der gefühlte Kompetenzanteil von Bedeutung. Viele Wettende nehmen ihr Wissen über Mannschaften, Spieler oder Statistiken als eine Art „Kompetenzvorsprung“ wahr. Dieses Gefühl kann dazu führen, dass Zufall und Risiko bei Sportwetten unterschätzt werden. Trotz möglicher Vorkenntnisse bleiben Sportwetten letztlich vom Zufall abhängig.

Die gesellschaftliche Normalisierung trägt dazu bei, dass viele Menschen während großer Turniere erstmals mit Sportwetten in Kontakt kommen oder ihr Wettverhalten ausweiten.
Die Landeskoordinatorinnen für Glücksspielsucht empfehlen daher:
• Sportwetten nicht als Teil des Fußballfiebers, sondern als Glücksspiel mit realen Risiken betrachten.
• Vorab feste finanzielle Grenzen festlegen und konsequent einhalten.
• Verluste nicht durch weitere Wetten ausgleichen.
• Auf Warnsignale wie Kontrollverlust, steigende Einsätze oder Konflikte im persönlichen Umfeld achten.

Wer feststellt, dass Sportwetten zunehmend Zeit, Gedanken oder Geld bestimmen, sollte frühzeitig Unterstützung suchen. Die VBS Fachstelle für Sucht, Suchtprävention und psychosoziale Beratung berät kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym. Die Kontaktdaten finden sich hier:
www.vbs-cuxhaven.de

Kontakt: VBS Fachstelle für Sucht, Suchtprävention und psychosoziale Beratung
Sascha Lumm | 04721-37067 | lumm@vbs-cuxhaven.de | www.vbs-cuxhaven.de

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