Balje. Wikinger sind heute durch Filme und Serien wieder allgegenwärtig. Doch wie sah die Wirklichkeit an der Niederelbe aus? In seinem Vortrag „Die Wikinger kommen – Auf den Spuren der Nordmänner an der Niederelbe“ am Sonntag, 15. November, um 14 Uhr im Natureum gibt Kreisarchäologe Daniel Nösler Einblicke in neue Erkenntnisse der Forschung und stellt historische Überlieferungen und archäologische Funde gegenüber.
Schriftquellen berichten von schweren Überfällen, wie 845 in Hamburg. 994 drang eine große Wikingerflotte in die Mündungsgebiete von Elbe und Weser vor. Bei Stade kam es am 23. Juni 994 zu einer folgenreichen Niederlage der dort ansässigen Stader Grafen, der Udonen. Zeitgenössische Chronisten berichten von Gefangenen, hohen Lösegeldforderungen und grausamer Gewalt. Die Wikingerzeit war jedoch keineswegs nur von Raubzügen geprägt. Nord- und Ostsee bildeten ein weitgespanntes Netz von Handelswegen, über das Silber, Waren und Menschen über große Entfernungen bewegt wurden. Gerade die Niederelbe spielte dabei eine wichtige Rolle. Neue archäologische Funde aus dem Landkreis Stade ermöglichen inzwischen einen differenzierteren Blick auf diese Epoche. Waffenfunde aus Elbe und Schwinge, Schmuckstücke aus der Umgebung von Harsefeld sowie Hacksilber und weitere Funde von einem bedeutenden Handelsplatz bei Freiburg erzählen von kriegerischen Auseinandersetzungen ebenso wie von friedlichen Kontakten und Fernhandel.
Im November hat das Natureum samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Es gelten vergünstigte Winterpreise.



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