Foto 2 (Kollage, da Heike Bahr direkt nach dem Vortrag zu einer weiteren Verpflichtung aufbrechen musste) von links nach rechts: Sigrid Zenker, Angelika Becker, Anne-Christine Gaehler = Referentin, Dr. Marie-Louise Rendant und Heike Bahr (Vorstand Frauenrat). Fotos: Angelika Becker
Bad Bederkesa. Wie hat sich eine Idee aus dem 9. Jahrhundert zu einer Technologie entwickelt, die heute unseren Alltag revolutioniert? Dieser Frage ging der Frauenrat im Landkreis Cuxhaven e.V. bei seinem diesjährigen Neujahrsempfang in der Burg Bederkesa nach. Vor rund 40 geladenen Gästen referierte die Expertin Anne-Christine Gaehler aus Diepholz über das hochaktuelle Thema „KI – eine Reise durch Vergangenheit und Gegenwart, Faszination und Verantwortung“.
Eine Zeitreise im Eiltempo
Die Referentin spannte einen beeindruckenden historischen Bogen: Was im 9. Jahrhundert mit der Definition des Algorithmus begann, führte über Blaise Pascals mechanische Rechenmaschine „Pascaline“ (1642) bis zur „Analytical Engine“ (1843). Anne-Christine Gaehler verdeutlichte dabei eindrucksvoll, wie sich die Innovationszyklen im Laufe der Jahrhunderte massiv verkürzten. Besonders rasant verlief die Entwicklung ab der Dartmouth-Konferenz (1956), der Geburtsstunde der KI, bis hin zur massentauglichen Nutzung des World Wide Web und dem Aufstieg der sozialen Medien.
Appell an das Menschliche: Kritisch und neugierig bleiben
Neben der Faszination für das technisch Machbare mahnte Gaehler zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit der Technologie. Sie zog dabei einen anschaulichen Vergleich zur Automobilgeschichte: „Erst gab es das Auto, dann erkannte man die Notwendigkeit von Verkehrsregeln und schließlich erhöhte man die Sicherheit durch Gurte und Airbags.“ Analog dazu müsse die Gesellschaft heute ethische Leitplanken für den Einsatz von KI entwickeln.
In diesem Zusammenhang richtete die Referentin einen eindringlichen Appell an das Publikum: Trotz aller Algorithmen und Automatisierungen sei es entscheidend, „menschlich“ zu agieren. Sie forderte die Anwesenden auf, der neuen Technik mit einer gesunden Portion kritischer Distanz, aber auch mit Neugier zu begegnen.
Inspiration für die Zukunft
Die Referentin schloss ihren Vortrag mit einem visionären Zitat von Jules Verne: „Alles, was ein Mensch sich vorzustellen vermag, werden andere Menschen verwirklichen können.“
Der Frauenrat blickt auf eine gelungene Veranstaltung zurück und dankt ausdrücklich den Gleichstellungsbeauftragten für die finanzielle Förderung, dem Team der Burg Bederkesa für die tatkräftige Hilfe sowie der lokalen Presse für die wohlwollende Begleitung.


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