Cuxhaven. Ein außergewöhnliches Projekt erlebte in dieser Woche die Klasse 9c der Oberschule Cuxhaven-Mitte: Gemeinsam mit den „Rapagogen“ der Who.am.I Creative Academy aus Mannheim schrieben und produzierten 21 Schülerinnen und Schüler innerhalb von zwei Tagen ihren eigenen Rapsong – Thema: Cybermobbing. Im November soll zudem ein Musikvideo zum Song entstehen. Das Projekt fand in Kooperation mit dem Jugendmigrationsdienst (JMD) Cuxhaven im Rahmen des Bundesprogramms „Respekt Coaches“ statt. Bereits in den vergangenen Jahren hatte es an verschiedenen JMD-Kooperationsschulen erfolgreiche Rap-Projekte gegeben.
Über den direkten Zugang zur Rapmusik gelang es den „Rapagogen“ Tobias Schirneck und seinem Kollegen schnell, eine positive und kreative Arbeitsatmosphäre aufzubauen. In Kleingruppen entstanden persönliche Texte, die von den Jugendlichen selbst verfasst und in einem demokratischen Prozess in Beat und Struktur eingebettet wurden. „Sprache war hier ein kreatives Mittel, um eigene Sorgen, Ängste und Anliegen auszudrücken – ohne Beleidigungen oder Beschimpfungen“, erläutert JMD-Mitarbeiterin Damaris Wolters. Die Schülerinnen und Schüler zeigten große Begeisterung für das Projekt: „Macht voll Spaß, die Rapagogen sind sehr chillig und können verständlich erklären“, meinte Elias Lampio. Auch das Miteinander stand im Mittelpunkt: gegenseitige Unterstützung, respektvoller Umgang mit Kritik und die Erfahrung, dass eigene Gedanken und Gefühle Gehör finden. So entstanden starke Texte, die viel über die Realität der Jugendlichen aussagen und das Thema Cybermobbing aus ihrer Sicht beleuchten. „Es sind wirklich beeindruckende Ergebnisse, die Mut machen und ein wichtiges Signal setzen“, betonte Wolters. Das Musikvideo, das im November entsteht, wird die Botschaft der Jugendlichen noch sichtbarer machen. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Kreativität, Musik und Präventionsarbeit zusammenwirken können, um junge Menschen zu stärken und gesellschaftlich relevante Themen wie Cybermobbing aufzugreifen.
Bildunterschrift: Enderhan Duruk mit Klassenlehrer Serat Gürkan (l.) beim Schreiben eines RAP-Textes.


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