Am 31. Juli 1976 startete die Schwebefähre als Technisches Baudenkmal in den musealen Betrieb. Foto: Helmut Rüsch

Mittsommer an der Schwebefähre – zwei Jubiläen, ein Fest

Osten. Der 21. April 2026 ist ein Datum, das in der Region für Mut, Zusammenhalt und den Triumph des Ehrenamts steht: Heute vor genau 20 Jahren glitt die Schwebefähre Osten-Hemmoor nach langer Zwangspause erstmals wieder über die Oste. Dieses Jubiläum markiert nicht nur eine technische Instandsetzung, sondern die Geburtsstunde einer neuen Ära für das als „Eiffelturm des Nordens“ bezeichnete Industriedenkmal.

Rückblick: Im Jahr 2001 schien das Schicksal der Fähre besiegelt. Wegen gravierender Mängel wurde sie ohne Vorwarnung stillgelegt – ein Schock für die gesamte Region. Doch wo andere aufgaben, fingen die Schwebefährenfreunde erst richtig an. Unter dem leidenschaftlichen Einsatz des damaligen Vorsitzenden Horst Ahlf und des engagierten Spiegel-Redakteurs Jochen Bölsche wurde das Unmögliche möglich gemacht. Dank ihrer Visionen blieb es nicht bei der lokalen Sanierung: Auf Initiative von Jochen Bölsche wurde der Weltverband der Schwebefähren gegründet und die Deutsche Fährstraße ins Leben gerufen, die Osten heute fest auf der touristischen Landkarte verankert. Für diesen unermüdlichen Einsatz ernannte der aktuelle Vorsitzende Karl-Heinz Brinkmann Jochen Bölsche im Rahmen des 50-jährigen Vereinsjubiläums im vergangenen Jahr zum Ehrenmitglied.

Das Jahr 2026 steht ganz im Zeichen der Feierlichkeiten. Neben dem Jahrestag blickt die Fördergesellschaft im Juli auf stolze 50 Jahre Museumsbetrieb zurück. Ein doppelter Grund, gemeinsam anzustoßen!
Gefeiert wird das doppelte Jubiläum am Samstag, 20. Juni, mit einem kleinen Fest direkt an und auf der Schwebefähre. Während Singer-Songwriter Mark Eaton für den passenden musikalischen Rahmen sorgt, lädt Boldts Brauwerk aus Hechthausen mit regionalen Bierspezialitäten frisch vom Fass zum gemeinsamen Genießen und Verweilen ein.

Auch wenn aktuell eine erneute Sanierung bevorsteht und die Kostenschätzungen von rund 8,6 Millionen Euro eine Herausforderung darstellen, blickt die Fördergesellschaft zusammen mit dem Landkreis Cuxhaven als Eigentümer optimistisch nach vorn. Die Einigkeit darüber, dass dieses weltweit seltene Baudenkmal erhalten bleiben muss, ist ungebrochen. „Die Geschichte unserer Fähre hat gezeigt, dass man mit Herzblut und Gemeinschaftssinn selbst die größten Hürden überwinden kann“, so der Tenor aus dem Verein.

Die Schwebefähre ist mehr als nur Stahl und Nieten – sie ist das lebendige Herzstück der Oste. Am 20. Juni sind alle Bürgerinnen, Bürger und Gäste ab 19:30 Uhr herzlich eingeladen, diese Erfolgsgeschichte gemeinsam weiterzuschreiben.

Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten-Hemmoor e.V.

Fährstraße 1
21756 Osten

01726618467
buero@schwebefaehre-osten.de

Über Uns

Unübersehbar prägt sie seit 1909 das Ortsbild des Schwebefährendorfes Osten. Anfangs als notwendige Flussquerung errichtet, hat sie seit ihrer Stilllegung 1974 keine verkehrstechnische Bedeutung mehr. Die Brücke über die Oste hat ihr den Rang abgelaufen. Dennoch ist sie aus dem Ortsbild und dem Osteland nicht mehr wegzudenken. Als eine der letzten acht Schwebefähre weltweit hat sie international einen sehr hohen Bekanntheitsgrad erreicht und ist für Einheimische sowie für Besucher ein interessantes und beliebtes Ausflugsziel in der Region geworden. Seit 1975 kümmert sich die Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten-Hemmoor e.V. um den Erhalt und Betrieb des "Flaggschiffes" der Deutschen Fährstraße. Die Schwebefähre ist von April bis Oktober in Betrieb und kann zu anderen Zeiten, nach Absprache, gebucht werden. In enger Zusammenarbeit mit den Kommunen, dem Landkreis und den Ländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein setzt sich der Verein dafür ein, eines Tages UNESCO-Weltkulturerbe zu werden. Der Schwebefähre angegliedert ist das Museum zur Schwebefähre, die FährStuv, die ebenfalls von April bis Oktober für Gäste geöffnet ist. Nicht zuletzt durch das starke Medieninteresse ist die Schwebefähre in aller Munde und trägt dazu bei, dass sich das kleine Dorf Osten touristisch auf der Überholspur bewegt.

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