Otterndorf. Mit der ersten Filmvorführung im neuen Jahr begibt sich das Kommunale Kino in Otterndorf in ein anrüchiges Milieu. Der preisgekrönte Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von >URGEWALD<, einer Umwelt- und Menschenrechtsorganisation, die seit über 30 Jahren Finanzströme in Verbindung mit Naturzerstörung und Menschenrechtsverletzungen aufdeckt. Gegründet 1992 von Heffa Schücking in Sassenberg, hat die Organisation mit einer kleinen Gruppe Aktivist*innen große Erfolge erzielt, beispielsweise verhinderten sie Zwangsumsiedlungen, den Bau von Atomkraftwerken und blockierten Investitionen in fossile Energien.
Heute ist URGEWALD eine international anerkannte Organisation, die Banken und Investoren dazu bringt, sich von umweltschädlichen Projekten zurückzuziehen. Der Film beleuchtet den Weg des kleinen Vereins zur einflussreichen Organisation und lässt dabei prominente Stimmen aus Politik und Gesellschaft zu Wort kommen: Wenn Natur zerstört, Klimaziele missachtet und Menschenrechte gebrochen werden, stehen dahinter stets Verantwortliche in Politik und Unternehmen – und viel Geld. Die Arbeit der NGO bewirkte schon mehrfach einen Kurswechsel bei Banken und Konzernen. Beim Fünf Seen Filmfestival wurde die Dokumentation von Karin und Peter Wejdling mit dem Horizonte-Filmpreis geehrt.
„Die Leistung von URGEWALD ist es, immer wieder Licht ins Dunkel zu bringen, wie wirklich ökonomische Entscheidungen getroffen werden“, sagt Ole von Uexküll im Film, der Direktor der Stockholmer Right Livelihood Award Stiftung, die den so genannten „Alternativen Nobelpreis“ vergibt. Solche Recherchen seien eine Grundlage für demokratische Kontrolle.
Der 65 minütige Dokumentarfilm aus dem Jahr 2024 wird am Mittwoch, 14. Januar, in der Otterndorfer Stadtscheune um 20:00 Uhr gezeigt. Infos, Vorbestellung unter Tel. 04751-4700.


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