Cuxhaven. Der Shanty-Chor Cuxhaven unter der Leitung von Udo Brozio lud jetzt wieder zu seiner “Roten Laterne” in die Kugelbakehalle ein. In der gut besuchten Halle stellte der Chor sein neues Seemannsmusical mit neuen Ideen und einem bunten Programm vor. 2018 fand nach 43 Jahren die letzte Aufführung statt. Aufgrund mehrerer Anfragen entschloss man sich schließlich, eine neue “Rote Laterne” mit besonderen Einlagen, aber auch aktueller maritimer Musik durchzuführen. Im Mittelpunkt stand der Seemann Gerd, dargestellt von Gerd Bucka, der nach einer Seereise von sechs Monaten endlich seine Frau in der Hafenkneipe wiedersehen wollte. Bis dahin mußten noch einige Hindernisse beseitigt werden, aber schließlich konnte man sich doch in die Arme nehmen. Zu einer Hafenkneipe gehört natürlich auch eine Wirtin. Temperamentvoll, aber auch lustig zugleich, wurde diese Rolle von Marion Schossig mit Bravour gemeistert. Ein Höhepunkt war auch die Tanzgruppe unter der Leitung von Angelika Schaar, die nach einem Hit von „Bucks Fizz“,”Making”, „Making your mind up”, die Zuschauer zum Mitklatschen animierte. Reinhold Bettinger trat als Aalverkäufer auf. Es gelang ihm tatsächlich, geräucherte Aale zu verkaufen und an den Mann zu bringen. Die Zuschauer hatten ihren Spaß. Ungewöhnlich für eine Hafenkneipe war dann der Auftritt von Wolfgang Fahl. In einem Gespräch mit August Sönnichsen wies er auf seine Ferienwohnung in den Dolomiten hin und sang dazu sehr harmonisch das Lied der Berge “La Montanara”. Wie auch bei den zurückliegenden über 300 “Roten Laternen” durften auch bei dieser Veranstaltung die humorvollen Sketche nicht fehlen. Für die richtige Stimmung sorgten dafür Gerd Bucka und Michael Jaehne. Moderator Peter Mordhorst führte mit dem Urgestein der “Roten Laterne”, dem Stickenbütteler Max Birkhahn, ein Gespräch über vergangene Zeiten. Der fast 90-jährige Birkhahn war schon bei der ersten Aufführung im Jahre 1973 dabei. Chorleiter Udo Brozio hatte bei der Liedauswahl mal wieder das richtige Händchen. Die Musik passte in die Atmosphäre einer Hafenkneipe. Das Milieulied von der “Anni”kam ebenso gut an wie “Jan Ribbek” und “Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise”. Bei diesem Lied spazierten die beiden Sänger Bert Tuchscherer und Udo Brozio durch die Tischreihen und brachten so das Publikum zum Mitklatschen. Lieder wie „Glory Halleluja“, „Cottonfields“ und “Tonga” begeisterten ebenfalls die Zuschauer. Für Gänsehautatmosphäre sorgten Bärbel Schmoldt und Bert Tuchscherer mit ihrem Lied “Weit übers Meer” (David`s song). Der anwesende Oberbürgermeister Uwe Santjer wurde auf die Bühne geholt, als sein Lied “Hoch im Norden” gesungen wurde. Besonders die von Udo Brozio getextete Cuxhaven-Strophe hatte es ihm angetan. Hier sang er kräftig mit. Den Abschluss bildete der Freddy-Quinn-Titel “Irgendwann gibt`s ein Wiedersehn”, gefühlvoll vorgetragen von dem Chor-Gründungsmitglied Wilhelm Mayensohn. Zum Abschluss gab es „Standing Ovations“ für eine “Rote Laterne”, die noch lange in Erinnerung bleiben wird.
