Wolfgang Fahl singt in der "Roten Laterne" mit dem Shanty-Chor Cuxhaven "La Montanara" Foto: Erika Mordhorst

Der Shanty-Chor Cuxhaven begeisterte mit der “Roten Laterne”

Das Seemannsmusical wurde zum 320. Male aufgeführt

Cuxhaven. Der Shanty-Chor Cuxhaven unter der Leitung von Udo Brozio hatte mit seinem Seemannsmusical “Rote Laterne” in der gut besuchten Kugelbakehalle wieder einen Volltreffer gelandet. Es gab neue Beiträge und auch neue Gesichter. Den Seemann Fiete spielte diesmal Ralf Krack, ein langjähriges Mitglied vom Döser Speeldeel. Krack, ein richtiges Original, ging zunächst vor dem geschlossenen Vorhang durch den Saal und unterhielt sich mit den Zuschauern. Er erzählte, dass er von langer Seereise zurückgekommen sei, um seine Frau Christel endlich wiederzusehen. In der Hafenkneipe wird er von der Wirtin, dargestellt von Marion Schossig, begrüsst.

Die Mannschaft des Shanty-Chores steht bereit und singt für den heimkehrenden Seemann ein Begrüßungslied, “13 Mann”. Zunächst geht es auf der Bühne ziemlich geruhsam zu, es werden sanfte Lieder gesungen, doch plötzlich wird von der temperamentvollen Wirtin eine Tanzgruppe angekündigt. Die Vorfreude ist jedoch getrübt, denn die Truppe, die am Wochenende noch in Las Vegas und danach in München aufgetreten ist, hängt in einer Baustelle kurz vor Kassel fest. Nun ist guter Rat teuer. Die Wirtin hat aber eine Idee und schafft es, zwei Personen, dargestellt von Manfred und Sabine Schneider, zum Tanzen zu bewegen. Bei dem Hit von Bucks Fizz ” Making your mind up” kommt bei dem mitklatschenden Publikum richtig Stimmung auf.

Plötzlich wird ein Aalverkäufer angesagt. Reinhold Bettinger verkauft im Saal Aale und erzählt dabei von lustigen Begebenheiten. Bei der Geschichte über das Ehepaar, das sich über den zähen Aal beklagte, hatte er die Lacher auf seiner Seite. Das Ehepaar hatte den Aal mit Folie gegessen. Lieder wie ” Ich bin bald wieder hier” und “Glory Hallelujah” animierten die Gäste zum Mitsingen. Kurz vor der Pause ging Moderator Peter Mordhorst ins Publikum und unterhielt sich mit Zuschauern aus verschiedenen Bundesländern. Ein lockeres, aber auch lustiges Gespräch, führte er mit dem 90‑jährigen Max Birkhahn aus Stickenbüttel. Birkhahn wirkte schon bei der ersten “Roten Laterne” 1973 mit und begeisterte die Zuschauer, als er mit Peter Mordhorst “Das gibt’s nur auf der Reeperbahn bei Nacht” sang. Chorleiter Udo Brozio hatte bei der Liedauswahl wieder das richtige Händchen. Einige Lieder passten zur Handlung, auch das Stück von “Anni”, der damaligen Wirtin vom Tanzlokal “Stadt Hamburg”, von der Arno Seidler bei seiner musikalischen Reise erzählte. Die Seeleute tranken nicht nur Rum, sondern auch Whisky. Davon berichtete Sven Koch in seinem Lied vom schottischen Whisky. Zwei im Saal Anwesende schwärmten von ihrer Ferienwohnung in den Dolomiten. August Sönnichsen und Wolfgang Fahl, beide aus Cuxhaven, sprachen enthusiastisch von ihrer Wohnung im Gebirge. Zur Freude aller  sang Wolfgang Fahl das Lied der Berge “La Montanara”. Bert Tuchscherer ging durch den Saal und nahm die Zuschauer mit bei “Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise”. In einer Seemannskneipe muss es auch deftig zugehen. Dafür sorgten Ralf Krack und Peter Mordhorst, die in mehreren Sketchen Stimmung in die Hafenlokalität brachten.

Schließlich gab es noch ein glückliches Ende. Fiete und Christel, dargestellt von Christel Löhr, sahen sich nach einem halben Jahr endlich wieder. Die Freude war groß. Alle sangen dann “Hoch im Norden” mit der von Udo Brozio getexteten Cuxhaven-Strophe. Zum Abschluss gab es noch eine Gänsehaut-Atmosphäre. Die Taschenlampen wurden gezückt bei ” Sierra Madre”, das einst von Ronny aus Bremen geschrieben wurde. Zum Abschluss gab es “Standing Ovations” für eine “Rote Laterne”, die noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Shanty-Chor Cuxhaven

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