Cuxhaven. Mit zwei gut besuchten Sonderveranstaltungen und im Rahmen der Interkulturellen Woche ist in der Stadtbibliothek die Ausstellung ‚Menschen in Burkina Faso‘ jetzt erfolgreich zu Ende gegangen.
Udo Brozio, Leiter des Shanty-Chors Cuxhaven und Schirmherr der Ausstellung, versteigerte anlässlich der Vernissage Segelschiffsmodelle zugunsten von ‚Wassergeld‘ für den Bau eines weiteren Brunnens und anlässlich des Konzerts ‚Musik kennt keine Grenzen‘ zwei Bilder der 16jährigen Schülerin Emma Gretka zugunsten der Musikschule A.M.E.M. in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou.
Es war wohl das gemeinsame Konzert – live dabei der Unterstufenchor Sunset Cords Junior des Amandus-Abendroth-Gymnasiums und zugespielt per Video Schülerinnen und Schüler der Musikschule in Ouagadougou – das besonders viele Besucherinnen und Besucher angezogen hatte.
Mathias Christian Kosel, Gründer des MareMusikFestivals und Leiter der Konzertreihe stadtKLANG, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich anwesend sein. Sein zugespieltes Grußwort am Konzertabend dürfte jedoch alle im Saal tief berührt haben.
Einfühlsam machte er deutlich, dass für viele Kinder der Welt grundlegende Dinge wie Bildung, ein sicheres Zuhause, geschweige denn die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen, keineswegs selbstverständlich sind.
Die Musikschule A.M.E.M. schaffe, wie er sagte, für Kinder und Jugendliche genau solche Möglichkeiten. Dort begegnen sich europäische Instrumente wie Geige, Cello mit traditionellen westafrikanischen Instrumenten wie Kora und Djembe.
Musik wird dabei zu weit mehr als dem Erlernen von Noten und Rhythmen: Sie schafft Selbstvertrauen, Gemeinschaft und die Erfahrung, gebraucht zu werden.
Kosel betonte außerdem, dass die Kinder in Ouagadougou nicht auf ihre schwierigen Lebensumstände reduziert werden sollten. Sie seien Kinder mit Begabungen, Vorstellungen, Stolz und Zukunftswünschen. A.M.E.M. möchte ihnen durch Musik und Bildung konkrete Zukunftsperspektiven eröffnen. Ältere Schülerinnen und Schüler lernen beispielsweise, jüngere Kinder selbst zu unterrichten. So werden aus Lernenden zunehmend Menschen, die ihr Wissen weitergeben und Verantwortung übernehmen können.
Das Programm war ebenso vielfältig wie international. Nach der burkinischen und der deutschen Nationalhymne folgten unter anderem die Filmmusik aus „Fluch der Karibik“, „Faso Am Ba Foo“ – ein Instrumentalstück der Musikschule A.M.E.M. –, Lieder aus Westafrika sowie das traditionelle neuseeländische Volkslied „Wellerman“. Das Konzert endete mit der Zugabe „Die Tiere Afrikas“ und rief dazu auf, Mitmenschen, Tiere und den Planeten zu pflegen.
Der Abend zeigte eindrucksvoll, dass gemeinsames Musizieren Grenzen überwinden kann. Kinder und Jugendliche aus Cuxhaven und Ouagadougou waren über Musik miteinander verbunden – unabhängig davon, wie viele Kilometer zwischen ihnen liegen, welche Sprache sie sprechen, und welche Hautfarbe sie haben.
„Musik kennt keine Grenzen“ war bei der zweiten Veranstaltung deshalb nicht nur der Titel des Konzerts, sondern wurde tatsächlich erlebt: als Begegnung, als Zeichen der Freundschaft und als gemeinsames Engagement für Kinder und Jugendliche in Ouagadougou.
Vernissage und Konzert waren beeindruckend heitere Abende, wohltuend in turbulenten Zeiten. Kathrin Seyfahrt, Gründerin und Vorsitzende des Vereins Wunschträume/Netzwerk für Mädchen- & Frauenprojekte e.V. dankt allen Besucherinnen und Besuchern herzlich für ihre großzügige Spendenbereitschaft. Außerdem geht ein herzlicher Dank an die Stadtbibliothek für die kooperative und wunderbare Zusammenarbeit bei Organisation und Durchführung der Ausstellung.
Weitere Informationen unter www.netzwerk-wunschtraeume.de



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