Cuxhaven-Altenwalde. Fast 200 Kinder, knapp 60 Teamende und jede Menge Holz beim Ferienprojekt „Hammer! Das Bretterdorf“: In Altenwalde entstand auch in diesem Sommer innerhalb von zwei Wochen ein eigener kleiner Stadtteil – und die jungen Baumeisterinnen und Baumeister stellten dabei sogar einen neuen Rekord auf.
„Hammer! Das Bretterdorf“ – das gemeinsame Ferienprojekt der ev.-luth. Kirchengemeinde Altenwalde und des Stadtteilvereins „Wir für uns in Altenwalde“ e. V. sind inzwischen zu einer festen Größe geworden. Zwei Wochen lang bekommen Kinder zwischen sechs und 13 Jahren hier Raum, um selbst zu planen, zu bauen, auszuprobieren und gemeinsam etwas entstehen zu lassen.
Wo zu Beginn des Ferienprojektes noch ein weitgehend leerer Platz lag, standen am Ende große und kleine Hütten, Balkone, Anbauten und Brücken. Aus den Ideen der Kinder wuchsen unter anderem ein Sägewerk, eine Bank, ein Kiosk, ein Museum und eine Polizeistation. Fast 200 Kinder waren im Laufe der zwei Wochen dabei und gestalteten ihr eigenes Dorf.
Und die waren in diesem Jahr vor allem eines: schnell, sehr schnell.

Knapp 50 Raummeter Holz wurden während der zwei Wochen verbaut – so viel wie noch nie bei Hammer. Dazu kamen exakt 19.480 Nägel. Die Organisatoren mussten deshalb zwischenzeitlich durchaus kreativ werden, um den enormen Materialverbrauch etwas zu bremsen.
Da Nägel bei Hammer traditionell nicht einfach nur Baumaterial, sondern auch die Währung des Dorfes sind, wurde es eines Morgens plötzlich ernst: Die Hammer-Bank war ausgeraubt worden – sämtliche Nägel waren verschwunden!
Doch die Täter hatten ihre Rechnung ohne die Hammer-Polizei gemacht. Insp. Marx nahm gemeinsam mit den Kindern umgehend die Ermittlungen auf. Entscheidende Hinweise lieferten die eigens ausgewerteten „Überwachungsvideos“. Der spektakuläre Nagelraub konnte schnell aufgeklärt und die Beute sichergestellt werden. Die Hammer-Wirtschaft war gerettet – und auf dem Bauplatz konnte weitergehämmert werden.
Allerdings nur so lange, bis das Orga-Team die nächste Idee hatte, um ein paar Nägel zurück in die Kasse zu bekommen: Bei einer Auktion konnten die Kinder ihre hart verdiente Hammer-Währung einsetzen und damit leckere Snacks ersteigern. Für die Kinder ein großer Spaß – und für das Organisationsteam eine durchaus erfolgreiche Methode, den Nagelbestand wenigstens kurzfristig wieder etwas aufzufüllen.
Knapp 60 Teamende sorgen für zwei Wochen Hammer
Möglich wurde das Ferienprojekt durch fast 60 ehrenamtliche Teamende. Neben vielen erfahrenen „alten Hasen“ waren in diesem Jahr zahlreiche neue Gesichter dabei. Gemeinsam begleiteten sie die Kinder auf dem Bauplatz, sorgten für Sicherheit, kümmerten sich um Werkzeug und Material, Getränke, Snacks, Kreativangebote und all die kleinen und großen Aufgaben, die während eines solchen Projektes täglich entstehen.
Besonders erfreulich war, wie schnell aus den vielen neuen und erfahrenen Helferinnen und Helfern ein gemeinsames, großartiges Team wurde.
Die Fäden liefen beim vierköpfigen Organisationsteam zusammen: Wiebke Lenz, Nicole Keuntje, Silke Marx und Sonja Hesse hatten bereits lange vor dem ersten Hammerschlag mit den Vorbereitungen begonnen und sorgten gemeinsam dafür, dass aus einer leeren Fläche für zwei Wochen wieder der „schönste Stadtteil von Cuxhaven“ werden konnte.
Ein ebenso wichtiger Teil von Hammer sind die zahlreichen Unternehmen, Spender:innen sowie Unterstützer aus der Region. Durch ihre Unterstützung konnte Hammer auch 2026 wieder vollständig kostenfrei für alle teilnehmenden Kinder angeboten werden. Gerade angesichts der großen Mengen an Holz, Nägeln, Werkzeugen und Verbrauchsmaterialien ist dies keine Selbstverständlichkeit.
Ein Gesellenstück für die Kreuzkirche
Ein fester Bestandteil von Hammer ist inzwischen auch das traditionelle Gesellenstück. In diesem Jahr entstand etwas ganz Besonderes: eine Weihnachtskrippe, die künftig in der Advents- und Weihnachtszeit vor der Kreuzkirche in Altenwalde aufgestellt wird.
Beim Abschlussfest wurde das fertige Werk erstmals präsentiert. Damit bleibt auch nach dem Abbau des Bretterdorfes ein sichtbares Stück Hammer in Altenwalde erhalten.

Gemeinsam mit den Ehrungen bildete die Präsentation einen der besonderen Momente zum Ende von zwei ereignisreichen Wochen.
Dann hieß es Abschied nehmen von einem Dorf, das nur für kurze Zeit existiert – und trotzdem bei Kindern und Teamenden viele Erinnerungen hinterlässt.
Lange müssen Hammer-Fans allerdings nicht auf die nächste Ausgabe warten. Der Termin für 2027 steht bereits fest: Vom 2. bis 13. August 2027 wird wieder gebaut.
Und dann gibt es einen ganz besonderen Grund zum Feiern: Hammer! Das Bretterdorf wird zehn Jahre alt.
Die Vorbereitungen für das Jubiläum dürfen also beginnen – und wenn die jungen Baumeisterinnen und Baumeister 2027 genauso schnell bauen wie in diesem Jahr, sollte vielleicht schon jetzt ein wenig mehr Holz bestellt werden.



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