Oberndorf. Am Samstag, 23.11. ist es wieder mal so weit: Bastian Bandt, der Barde aus der Uckermark kommt mit seiner DB-Karte, aber vor allem mit seiner Gitarre, nach Oberndorf in die Kombüse. Schon auf seinen früheren Alben hat Bastian Bandt keinen Hehl aus seinen Wahlverwandtschaften gemacht. Aber wenn man bei ihm Wenzel hört oder auch Gundermann, dann hört man nicht sie an Stelle von Bandt, sondern der Uckermärker tritt mit dem Lausitzer und dem Anhaltiner in den Dialog. Sie sind gut aufgehoben bei ihm, mit Hegel gesprochen. Spätestens seit seinem Album „Trauriges Tier“ wird er in den Feuilletons Ostdeutschlands als einer der Großen bezeichnet, als einer der Liedermacher, die etwas beizutragen haben zur ostdeutschen Identitätsfindung. (M. Bruck) Seine dafür gefundene Bildsprache lebt Begegnung, interagiert und spricht so irritierend vertraut wie neu, elementar und frei die Sinne an, intensiv wie erstmals gedachtes: Tief, archaisch, universell, erdig, zart, ankernd. Sinnliche Brücken führen den Text, münden kraftvoll in Melodie, Rhythmus und tief gründende Bilder. Bastian Bandt’s Gitarrenspiel verdichtet, trägt, fängt, treibt, dehnt, zieht und schafft profunde, weitläufige Säle, pulsierende Stufen, freilassende Passagen. Bandt ist bekennender Kleinkünstler; standfest und ehrlich. Ganz ohne Zynismus lässt er sein Publikum kichern, während sich einige noch schnäuzen, weil das Leben so schön weh tut. Bandt gehört zu der neuen, nun schon mittleren Generation von Liederleuten, die in der Lage sind, den Stab zu übernehmen, festzuhalten und den deutschsprachigen Liederkosmos auf singuläre Art zu bereichern: „Endlich und noch“, könnte man sagen. (buschfunk). Konzertbeginn: 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht, Reservierungen unbedingt empfohlen.

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