Hemmoor. Die Zugfahrt Richtung Steinhuder Meer klappte erfreulich gut – alle 15 Radler vom Radsportverein Hemmoor samt Fahrrädern kamen pünktlich (!) in Neustadt am Rübenberge an – die Tour konnte starten. Nach 10 Kilometern war Mardorf am Nordufer erreicht. Zeit für einen kleinen Imbiss mit erstklassigem Blick. Und weiter ging’s auf dem supergut ausgebauten Radrundweg bis zum nächsten Stopp: Windbeutel essen im Moorgartencafé im Schlosspark der Hagenburg. Von dort aus ist es nur noch ein Katzensprung zum Hotel “Auf Dem Langenhof” in Steinhude – etwas in die Jahre gekommen, aber sauber mit riesig großen Zimmern und Appartements, nettem Personal und umfangreichem Frühstücksbuffet.
Strahlender Sonnenschein am zweiten Tag – um 09:00 Uhr ging’s los. Das erste Ziel: der weithin sichtbare, über 150 m hohe, künstlich aus Abraum aufgeschüttete Berg; Spitzname ´Kalimanscharo´. Kurzer Fotostopp – und weiter ging die Fahrt. Nächstes Ziel: das Kloster Loccum, eine heute noch bewohnte Anlage mit Kirche, Seminar- und Wohngebäuden, einem Brauteich und gepflegt angelegtem Garten. Eine beeindruckende Stille und Ruhe umgibt einen, sobald man den Innenhof betritt. – Der Höhepunkt an diesem Tag war für den Nachmittag geplant: Am Schiffsanleger wartete ein historisches Boot nebst Kapitän für eine Überfahrt zur Insel Wilhelmstein, vor vielen Jahren künstlich mit Kerker und Verteidigungsanlage angelegt. Die Überfahrt dauert rund eine halbe Stunde – die Insel ist in 10 Minuten umwandert –, wer möchte, erkundet die Verteidigungsanlage … oder genießt den Blick aufs Wasser von der Terrasse des Inselcafés.
Auch der dritte Tag begrüßte die Radler mit Sonne vom blauen Himmel. Dieses Mal führte der Weg Richtung Hannover. Kurz davor, bei Seelze, war der Mittellandkanal erreicht. Von dort an sollte es über 20 Kilometer am Kanal entlang gehen, der von etlichen Frachtschiffen befahren wurde. Der Wechsel auf die gegenüberliegende Kanalseite war etwas abenteuerlich: Steil bergab führte der Weg zu einer mit Wasser gefüllten Unterführung … und auf der anderen Seite steil wieder bergauf. Hier war Teamgeist gefragt. Belohnt wurde diese Anstrengung mit einer Mittagspause vom Feinsten: Der Wirt der „Schatzinsel“ hatte extra für die Radlergruppe die Terrasse mit Blick auf den Jachthafen geöffnet. Nach der Rückkehr in Steinhude war Kaffeezeit auf der Badeinsel angesagt. Badeinsel? Der Name ist Programm: Zwei Radler ließen es sich nicht nehmen – Badeanzug an – Badehose an – und ab ins kühle Nass. Mit mediterranem Touch sollte der letzte Abend in Steinhude verbracht werden: Im windgeschützten Zelt vom Bootshaus wurde eine reichliche Auswahl an Tapas-Leckereien aufgetischt.
Dann kommt, was kommen musste: die Rückfahrt mit der Bahn. In Wunstorf kreuzen mehrere Bahnlinien mit vielen Reisenden. Aber von Komfort nix zu spüren: Die Fahrstühle sind so klein, dass keine Fahrräder hineinpassen: Die schweren E‑Bikes müssen die Treppe hinaufgewuchtet werden. Aber Toiletten: Fehlanzeige; im Bahnhof gibt’s nur ein WC für Bahnpersonal und im gegenüberliegenden Busbahnhof muss man das nicht ausgeschilderte Klo erst mal finden, um dann festzustellen, dass es abgeschlossen ist – die Kollegin mit dem Schlüssel hat Urlaub. Der Zug war mit „wenig Auslastung“ und drei Fahrradwaggons angezeigt. Und was kam angerollt: ein randvoll überfüllter Zug. Das leicht gereizte Personal musste ein wenig Platz schaffen – aber wir Radler kamen geschlossen mit.
4 erlebnisreiche Tage – 250 Kilometer – überwiegend gutes Wetter.

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