Cuxhaven/Hemmoor. Beeindruckende zweitägige Projekte haben die Oberschule Cuxhaven-Mitte und die Osteschule Hemmoor in dieser Woche mit dem Paritätischen erlebt: Die „Rapagogen“ der Who.am.I creative academy aus Mannheim erarbeiteten mit zwei siebten und zwei achten Klassen eigene Songs.
Das Projekt beruht auf der Kooperation zwischen dem Bundesprogramm „Respekt Coaches“ des Jugendmigrationsdienstes (JMD) Cuxhaven und den Schulen. In den vergangenen Jahren hatten schon weitere Rap-Projekte an JMD-Kooperationsschulen mit dem Träger stattgefunden.
Über ihren Bezug zur Rapmusik haben die „Rapagogen” Marcel Reif und Phillip Anderl einen sehr guten Zugang zu den Schülern*innen, sodass auch schwierige Themen angesprochen werden konnten. Selbstvertrauen und Selbstverständnis der 63 Schüler*innen konnten aufgebaut und gestärkt und im Jahrgangsverband positiv etabliert werden. Sie schufen eine positive Atmosphäre in den Gruppen, in der gegenseitige Unterstützung, Fragen ohne Scham, das Üben und das Umsetzen von fachlicher Kritik mit gegenseitigem Respekt gestärkt wurden. Sprache war kreatives Mittel zum Ausdruck von eigenen Belangen, Ängsten und Sorgen – ohne Beleidigungen und Beschimpfungen. Alle Teilnehmenden brachten ihre eigenen Ideen zu den Themen für den Text ein und stimmten in einem demokratischen Prozess über den Beat und die verschiedenen Themen ab. In Kleingruppen schrieben die Schüler*innen ihre eigenen Texte und entschieden selbst über die Ausgestaltung.
„Es war richtig geil, ich feier’ das total. Mir macht es voll Spaß; ist mal was anderes als in der Schule zu sitzen und zu lernen“, so die 15-jährige Tira aus der Oberschule Cuxhaven-Mitte und Jaden (13) ergänzt: „Ich finde es cool, dass wir einen Song so richtig produzieren. Am Anfang hatte ich bisschen Angst zu rappen, aber im Aufnahmestudio habe ich mich dann einfach getraut.“ Der 13-jährige Kiril von der Osteschule kam vor rund zwei Jahren aus der Ukraine nach Hemmoor und rappte mit Begeisterung seine Zeilen auf Deutsch. Den „Rapagogen” war es sehr wichtig, dass die Jugendlichen über Themen rappen, die ihre Welt widerspiegeln. „Es sind starke Texte entstanden, die von den Jugendlichen kreiert wurden und viel über ihre Realität aussagen“, so JMD-Mitarbeiterin Damaris Wolters. Die Themen waren Cuxhaven, Schule, Trennung, mentale Probleme, Boxen, Träume, Straße und Drogenmissbrauch. „Solche Projekte kommen im Schulalltag häufig zu kurz“, lobte eine Lehrkraft aus Hemmoor.
Rapagoge Marcel Reif (r.) freut sich über den 13-jährigen Kiril aus der Ukraine, der vor zwei Jahren nach Hemmoor kam und begeistert auf Deutsch rappte. Foto: Paritätischer Cuxhaven


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