Gastredner Landrat Thorsten Krüger Foto: Johann Schetzkens / RK-Wingst und Umgebung

 Neujahrsempfang der Reservisten Wingst schlägt neues Kapitel auf

Wingst. Der Januar im neuen Jahr begann mit kräftigem Schneefall und verzauberte den Wingster Wald mit einer weißen Decke aus Schnee und Eis. Das Heim der Reservistenkameradschaft Wingst sollte Austragungsort des diesjährigen Neujahrsempfang sein. Viele Besucher machten sich auf den durch die Witterungseinflüsse anspruchsvoll gestalteten Weg der Einladung zu folgen.

Mit dabei waren Amtsträger umliegender Gemeinden, Bürgermeister Patrick Pawlowski aus der Wingst, der Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule und der Landrat des Landkreises Cuxhaven Thorsten Krüger. Ebenso erschien der Geschäftsführer der Gesellschaft für Sicherheitspolitik Sektion Elbe Weser, Axel Franke. Brigadegeneral Rainer Meyer zum Felde kam in seiner Funktion als Landesvorsitzender, Niedersachsen/Bremen der Gesellschaft für Sicherheitspolitik.

Die Landesgruppe Niedersachsen im Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr war durch den stellvertretenden Landesvorsitzenden Hauptmann der Reserve Alexander Quade vertreten.

Nach dem traditionellen Neujahrsessen führte der Vorsitzende, Oberstabsfeldwebel der Reserve Rolf Lewerenz, eine PowerPoint Präsentation über das vergangene Jahr 2025 durch. Hier wurden eindrucksvoll die Tätigkeitsfelder der Kameradschaft abgebildet, ob Auslandseinsatz in Niederösterreich im Rahmen der Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge oder Besuche der aktiven Truppe, sowie die wichtige Gründung der Patenschaft zwischen der Gemeinde Wingst und der Stützpunktgruppe des Marinefliegergeschwader 3, Graf Zeppelin in Nordholz.

Die erstmalige Durchführung des Veteranentages auf dem Ehrenhain Ellerbruch zu Wingst war eine Initialzündung der Bildung eines neuen Bewusstseins innerhalb der Bevölkerung.

Auch die immer wiederkehrenden Aktionen in der Wingst, das Sommerfest auf dem Campingplatz Knaus, die Ferienspaß Aktion für Kinder oder der lebendige Advent zeigten den Fleiß dieser schlagkräftigen Truppe im Ehrenamt.

Ein Ausblick auf das Jahr 2026 machte deutlich, dass der Motor im Engagement über keine Bremsen verfügt. So findet unter anderem das 60-jährige Jubiläum dieser Kameradschaft statt und im September ist eine Auslandsfahrt im Rahmen einer militärischen Weiterbildung nach Frankreich in die Normandie geplant.

Keine in ferner Zukunft anvisierte Planung betreffe die militärische Weiterbildung im Einsatz von Drohnen. In diesem Fall sei die Programmausrichtung besonders an jüngere Generationen gerichtet, die zugegebenermaßen über eine größere Technikaffinität verfügten.

Im Anschluss an diese ausführliche Schau der Aktivitäten kam Brigadegeneral a D. Rainer Meyer zum Felde zum Wort.

Als Landesvorsitzender der Gesellschaft für Sicherheitspolitik in Bremen und Niedersachsen hat er einen wichtigen Auftrag. Die Schlüsselpositionen im Zivil und Katastrophenschutz sowie Amtsträger öffentlicher Gemeinden müssen im Ernstfall funktionierende Netzwerke und Strukturen bilden, um effektiven Heimatschutz zu gewährleisten. Die aktive Truppe sei an den Grenzen, Litauens und Polens in erschöpfendem Ausmaß mit der Landesverteidigung vereinnahmt. Reservisten seien erforderlich, den Heimatschutz darzustellen und die zurückgelassenen Positionen der aktiven Truppe zu besetzen.

Die Vorneverteidigung sei ohne rückwärtige Unterstützung und Herstellung ziviler Ordnung nicht möglich.

Zum Felde appellierte an den Landkreis und die Bürgermeister, die Lage der Bedrohung durch Russland in Form von Sabotage, Cyberangriffen und Drohnenspionage zur Analyse infrastrukturell neuralgischer Stellen ernst zu nehmen.

Es sei dringend an der Zeit, sich informativ zu vernetzen, Konzepte zu entwickeln und auch praktische Übungen durchzuführen.

Der amtierende Landrat des Landkreises Cuxhaven, Thorsten Krüger, dankte für die Einladung, auch als Gastredner für diesen Abend, und plädierte für einen zuversichtlichen Tenor in der öffentlichen Diskussion um die Missstände in der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Lage.

Es werde sich zu viel beschwert, ohne die Erfolge wahrzunehmen, die aktuell gemeinsam erarbeitet worden wären. Krüger appellierte, bei der Lösungsfindung und Weiterentwicklung mitzumachen, aktiv zu unterstützen, auch in der Lösungsfindung.

Das Jahr 2026 sei ein Superwahljahr und mit den abgegebenen Stimmen würde die politische Richtung für die nächsten fünf Jahre entschieden. Wir seien es unserer wertvollen Demokratie schuldig, vernünftige Entscheidungen zu treffen.

Das Weltgeschehen zeige Ungerechtigkeit und Krieg an jedem Tag. Wir durften einige Jahrzehnte in einer Friedensdividende leben, aber eine Demokratie müsse wehrhaft sein; deshalb sprächen wir in Deutschland wieder über Verteidigung und Zivilschutz. Wir brauchten eine Wehrpflicht für Männer und Frauen. Auch der Zivildienst sei unverzichtbar – diese Botschaft an Berlin sei ein persönlicher Wunsch, der erhört werden müsse.

Unser jetziger Zustand sei ein hybrider Friede, umso mehr Zuversicht und Mut, die Herausforderungen zu meistern, sowie ein gutes Miteinander Grundvoraussetzungen für Frieden.

Das Miteinander beginne im Kleinen – in unserem Alltag. Landrat Thorsten Krüger hob es hervor: Unsere Demokratie ist die lebenswerteste aller Staatsformen!

Landrat Thorsten Krüger und auch Samtgemeindebürgermeister Thielebeule zeigten Verständnis und die Bereitschaft zu Gesprächen. Es war also auch ein guter Abend auf einem Weg des Fortschritts, unseren Frieden effizient zu sichern und die Bevölkerung gut auf den Ernstfall vorzubereiten.

Hauptmann der Reserve Alexander Quade lobte die vorbildliche Gesprächskultur und den respektvollen Umgang innerhalb der Kameradschaft. Er sei hier gerne zu Gast- Wingst, das zweite Zuhause.

Des Weiteren standen auch Ehrungen auf dem Programm. Für treue vorbildliche Leistungen wurden Gefreiter der Reserve Michael Dreier und Obergefreiter der Reserve Thomas Tiedemann mit der Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet.

Oberstabsfeldwebel d.R. Rolf Lewerenz, , Oberefreiter d.R. Thomas Tiedemann, Gefreiter d.R. Manfred Dreier, Hauptmann d.R. Alexander Quade

Eine wichtige Sache zu guter Letzt: Der Veteranentag werde in seiner Ausrichtung und Umsetzung ausdrücklich vom Landkreis Cuxhaven unterstützt. Dies ist ein deutliches Zeichen für Respekt und Anerkennung für den Dienst der Soldaten um unseren Frieden in Europa und wird in der Wingst gefeiert.

RK-Wingst und Umgebung

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Über Uns

Die Reservistenkameradschaft – Wingst und Umgebung ist Mitglied im Verband der Reservisten der Bundeswehr e.V. (VdRBw e.V.) und ist in der Gemeinde Wingst im Landkreis Cuxhaven beheimatet. Zu ihren Aktivitäten gehören das Schießen mit Handwaffen der Bw auf Standortschießanlagen, Aus- und Weiterbildung im militärischen und sicherheitspolitischen Bereich, Ausbildung am Schießsimulator, Truppenbesuche und Museumsfahrten. Die Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. , Soldatenkameradschaft, THW, Feuerwehr und weiteren Hilfsorganisationen, sowie Teilnahme an Veranstaltungen in der Gemeinde Wingst. Nicht nur ehemalige und aktive Soldaten finden in der RK-Wingst und Umgebung eine neue Heimat, auch militärisch interessierte Personen, die keine Soldaten waren und die satzungsgemäßen Ziele des VdRBw e.V. unterstützen können Fördermitglied werden und sind jederzeit herzlich willkommen. Wir treffen uns jeden dritten Mittwoch im Monat um 20:00 Uhr in unserem Reservistenheim Knaus Campingpark Wingst, Schwimmbadallee 13, 21789 Wingst.

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