Die Heimatfreunde Cadenberge laden herzlich zur Autorenlesung: Die rote Lena (D. Alsdorf) ein
„Die wahre Geschichte der ‚Giftmörderin‘ Marlene Prink“, so lautet der Untertitel des Romans „Die rote Lena“ (erschienen 2023), geschrieben von dem ehemaligen Kreisarchäologen Dietrich Alsdorf, preisgekrönter Autor mehrerer regional-historischer Romane. Die Leser begleiten Lena in ihrer kargen Kindheit in dem ärmlichen Elternhaus Röhrs bis zu ihrer Hinrichtung. Sie erfahren von den ärmlichen Zuständen, der harten Arbeit als Lüttmagd und auch dem Geschick Lenas, besondere Webarbeiten auszuführen – Lena träumt davon, Weberin zu werden. Es sollte ganz anders kommen. Die schicksalhafte Begegnung mit dem britischen Gutsherrn und Abenteurer Michael Wilson führte zu einer Liebesbeziehung, in der es Lena gelingt, sich ihren Ehemann “Vom Leibe zu halten”. Sie erlebt schöne Jahre unter dem Schutz des Geliebten, doch die Konventionen der damaligen Gesellschaft sowie natürlich der Hass der Ehefrau von Wilson, führten zu Missgunst und Intrigen. Nach dem Tod von Wilson sowie ihrem Ehemann wird Lena des heimtückischen Giftmordes beschuldigt. Das dramatische Leben der „Roten Lena“endet auf dem Schafott. Sie war Mutter von sieben Kindern.
Alsdorf beschreibt auch in diesem Roman (1800-1842), wie die Frauen der Willkür und der Gewalt der Männer ausgesetzt waren. Eltern bestimmten den Ehepartner, Selbstbestimmung war den Frauen verwehrt. Sie wurden oft misshandelt und vergewaltigt, dazu ungewollt schwanger und gerieten so in aussichtslose Situationen, aus denen heraus sie sich letztendlich wehren mussten. Das Gericht war ausschließlich mit Männern besetzt, eine Fürsprecherin gab es nicht. 1842 wurde die „Rote Lena“ in Ohrensen im Beisein von Tausenden von Zuschauern hingerichtet. Sie beteuerte bis zu ihrem letzten Atemzug ihre Unschuld!

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