
Schule Dobrock 1856 – 1968
Wingst. 180 Jahre Schulgeschichte in Wingst und Cadenberge, ein Vortrag der Heimatfreunde Cadenberge, gehalten von Martin Lamke. Schule ist ein sehr umfassendes Thema und nicht jeder befasst sich damit gerne. Das mag an eigenen Erinnerungen liegen. Ob es den Kindern früher wohl besser in der Schule gefallen hat? Auf jeden Fall galt es als Privileg, Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. Herr Lamke informierte über die Entwicklung der Schulen in Cadenberge, die dort im Jahre 1598 begann. Rund um die Wingst wurden in späteren Jahren fünf Schulen in den Ortsteilen Wassermühle, Dobrock, Weißenmoor, Grift und Westerhamm eingerichtet. Manchmal fand der Unterricht auf Höfen statt. Der Schulbetrieb fand vorwiegend über die Wintermonate statt, denn die Mitarbeit der Kinder war in den Sommermonaten auf den Höfen vonnöten. Auch das Leben der Lehrer war nicht einfach. Er verfügte über keine kompetente Ausbildung. Sein ausgezahltes Monatssalär reichte nicht zum Leben, so wurden ihm eine Wohnung, ein kleiner Stall und etwas Land zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Die Klassenstärke erreichte sogar bis zu 80 Schüler – eine Selbstverständlichkeit, dass die älteren Schüler die jüngeren einwiesen. Der Lehrinhalt wurde von der Kirche bestimmt, denn diese Gegend unterlag dem Erzbistum Bremen. Im Laufe des Vortrages konnte Martin Lamke über die einzelnen Schulen und Schulgebäude berichten. Anhand der bildlichen Präsentation der Schulgebäude erinnerten sich einige Zuhörer an ihre Schulzeit und an Lehrer. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass alle Schulen sowohl in Cadenberge als auch rund um die Wingst, schon damals ökonomische und personelle Probleme hatten. Da hat sich nicht viel verändert. Anders ist es hingegen mit der Schülerschaft, die sich in ihrem Lernverhalten und ihren Aufnahmefähigkeiten erheblich von den früheren Lernenden unterscheidet. Gegenwärtig ist der Betreuungsschlüssel für Schulkinder stets (beängstigend) steigend. Herr Arnold, ein ehemaliger Lehrer (der Schule Oberndorf und Wingst) und Zeitzeuge, konnte berichten, welch einer Energie es bedurfte, den Neubau der „Schule am Wingster Wald“ durchzusetzen. Abschließend wies Martin Lamke zu Recht mit Stolz auf die vielen Ehrungen der Grundschule am Wingster Wald hin. Ein anschauliches Beispiel dafür, dass Schule motivierend, bewegend und weltoffen sein kann – dank der engagierten Pädagogen und der guten Zusammenarbeit mit den Eltern. Schule – ein Thema damals wie heute.

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